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10. Dezember 2014 | Allgemeines

Diskriminierende Untertöne in Medien vermeiden

Medien-Symposium des Deutschen Presserats und des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma

Themen: Presserat

Diskriminierende Untertöne in der Berichterstattung über Minderheiten sind seltener geworden, kommen aber immer noch vor. Dabei wären sie zu vermeiden, ohne dass damit die Pressefreiheit eingeschränkt würde. Dieses Fazit zogen Fachleute und Medienvertreter im Rahmen des Medien-Symposiums „Über Zuwanderung schreiben ohne diskriminierenden Unterton“, zu dem der Deutsche Presserat und der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma am 5. November in Berlin eingeladen hatten.

In der Landesvertretung Rheinland-Pfalz disku­tierten der Presserat und der Zentralrat unter Moderation von Breschkai Ferhad mit der Jour­nalistin Freia Peters („Die Welt“, Berlin), dem Vorurteilsforscher Wolfgang Benz und dem Medi­enanwalt Christian Schertz über die Entstehung von diskriminierender Berichterstattung und die dahinter stehenden Mechanismen. Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einem Grußwort des Be­auftragten der Bundesregierung für Aussiedler­fragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk.

„Bei Anzeichen von Diskriminierung ist es die Aufgabe der Medien, die Haltung der Politik zu hinterfragen“, so Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, der eine positive Veränderung der Berichterstattung über Minderheiten im Allgemeinen sowie Sinti und Roma im Speziellen wahrgenommen hat. „Es ist zum großen Teil der Presse zu verdanken, dass in der jüngsten Debatte über Armutszuwanderung eine Versachlichung stattgefunden hat.“ Vor allem die von Politikern benutzten falschen Darstellun­gen über Sozialmissbrauch durch so genannte Armutseinwanderer seien in vielen Berichten zu­rechtgerückt worden.

„Die permanente Verknüpfung einer Ethnie mit bestimmten Lebensverhältnissen gehört zu den Faktoren, die Diskriminierung auslösen können“, ergänzte Manfred Protze, stellvertretender Spre­cher des Deutschen Presserats.

Die Nennung von Zugehörigkeiten zu Minder­heiten oder Ethnien im Rahmen von Kriminali­tätsberichterstattung werde von den Medien oft damit begründet, dass die zuständigen Behörden sie ja bereits genannt hätten, erläuterte Medien­anwalt Christian Schertz: „Es gibt in den Presse­stellen nicht immer genügend Sensibilität zu Fra­gen wie Unschuldsvermutung, Privatsphären­schutz und vor allen Dingen Stigmatisierung.“ Es sei dann die Aufgabe der Medien, solche Infor­mationen eingehend zu prüfen. „Im Regelfall hat die Nennung der ethnischen Herkunft zu unter­bleiben.“

Damit bezieht Schertz sich auf den Presseko­dex, der in Richtlinie 12.1 klarstellt: „In der Be­richterstattung über Straftaten wird die Zugehö­rigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichte­ten Vorgangs ein begründeter Sachbezug be­steht. Besonders ist zu beachten, dass die Er­wähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte.“ Die Ziffer 12 des Pressekodex besagt: „Niemand darf wegen seines Ge­schlechts, einer Behinderung oder der Zugehö­rigkeit zu einer ethnischen, religiösen, sozialen oder nationalen Gruppe diskriminiert werden.“ Diese Regelungen erteilen ausdrücklich kein Sprachverbot, sie stellen vielmehr die Frage nach der journalistischen Relevanz in den Mittelpunkt. So soll eine höhere Sensibilität in der redaktio­nellen Arbeit für diesen Themenkomplex ge­schaffen werden.

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