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26. September 2008 | Allgemeines

Digitalisierung ist Chance für Zeitungsindustrie

WAN-Präsident Gavin O’Reilly: Seien wir stolz auf unsere Zeitungen!

„Der Begriff Krise führt in die Irre“, konsta¬tierte der Präsident des Weltverbands der Zeitungen (WAN), Gavin O’Reilly, in seiner Keynote zum Fachkongress des BDZV am 23. September 2008.

Seit Jahren werde als „neues Mantra“ von Zei­tungen und Zeitschriften verkündet, dass die Printindustrie tot sei. „Es ist bizarr, dass wir dar­auf bis heute keine entsprechenden Antworten gegeben haben“, kritisierte O’Reilly, der neben seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Chief Opera­ting Officer des irischen Zeitungskonzerns Inde­pendent News & Media (INM) tätig ist. Der WAN-Präsident machte den deutschen Zeitungsverle­gern in Berlin Mut: Die Tageszeitung sei nach wie vor ein Massenmedium, und der immer wieder von verschiedenen Seiten angekündigte Tod von Print eine grobe Fehleinschätzung der Situation. Tatsächlich wachse die Branche, und das nicht nur in den neuen Märkten in Asien. Auch sei das Wachstum nicht allein auf die zunehmende Zahl von Gratiszeitungen zurückzuführen, deren Reichweite in Europa mittlerweile immerhin 23 Prozent betrage. O’Reilly bekannte, selber kein großer Fan kostenloser Zeitungen zu sein. Die wenigsten arbeiteten obendrein wirtschaftlich profitabel. Deutschland mit seinem anhaltenden Widerstand gegen kostenlose Titel sei aus seiner Sicht ein „glückliches Land“.

O’Reilly warb dafür, Online-Publishing und die zunehmende Digitalisierung nicht als Drohung zu begreifen, sondern als Chance. 81 Prozent derje­nigen, die online Zeitungen nutzten, läsen auch die gedruckte Zeitung. Studien des WAN hätten ergeben, dass geraden in den Eliten die Nutzung von Print und Online zunehme. In diesem Zu­sammenhang ver­wies der WAN-Präsident auf die Urheberrechts­problematik. Onlineinhalte würden, bewusst oder unbewusst, häufig widerrechtlich verlinkt und weiter verbreitet. Zum Schutz des Copyrights habe der WAN deshalb die Initiative ACAP ins Leben gerufen, mit der Verlage einen Standard festlegen, wie ihre Inhalte genutzt wer­den dürfen. Mehr als 400 Verlage aus 40 Ländern hätten ACAP bereits implementiert. O’Reillys Fazit: Wir sind eine große lebendige Industrie. Darauf soll­ten wir stolz sein und ein viel positive­res Image projizieren!“

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