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21. Juli 2015 | Allgemeines

Digitalgeschäft ist Wachstumstreiber

Stabiles Printgeschäft/ Zeitungsbranche optimistisch

Das Digitalgeschäft sei der Wachstumstrei-ber, erklärte der BDZV bei seiner Jahrespres-sekonferenz am 14. Juli 2015 in Berlin. Die Nutzerzahlen der Onlineangebote gingen kon-tinuierlich nach oben und seien innerhalb eines Jahres um eine weitere Million auf 18,5 Millionen pro Woche gestiegen (AGOF internet facts), sagte Hans-Joachim Fuhrmann, Mitglied der BDZV-Geschäftsleitung. Überdurchschnittlich gut erreichten die Zeitungen mit ihren Angeboten jüngere Zielgruppen. 5,5 Millionen der 14- bis 29-jährigen Internetnutzer (37 Prozent) sowie 7,8 Millionen der 30- bis 49-Jährigen (35 Prozent) besuchten regelmäßig die Webangebote. Immer wichtiger werde auch für die Verlage die mobile Nutzung.

Die mobilen Webseiten und Apps der Zeitun­gen würden jede Woche von 8,4 Millionen Men­schen auf Smartphones und Tablets genutzt. Zusammengefasst erreichten die Zeitungsmarken von der gedruckten Ausgabe über den stationä­ren PC bis zu Smartphone und Tablet jeden Tag rund 52 Millionen Menschen. Damit seien drei Viertel der deutschsprachigen Bevölkerung re­gelmäßige Zeitungsleser.

107 Zeitungen mit Paid Content

Optimistisch stimme die Entwicklung bei den Be­zahlangeboten im Netz. Gegenüber dem Vorjahr seien diese um 30 Prozent gewachsen. Aktuell verlangten 107 Verlage von ihren Lesern ein Ent­gelt für die Nutzung der Webangebote, bis Jah­resende rechnet der BDZV mit mindestens 120 Zeitungen. Die Zahlungsbereitschaft bei den Nut­zern steige weiter. „In den Köpfen der Menschen ist angekommen, dass guter Journalismus auch im Netz seinen Preis hat“, so Fuhrmann. Jeder dritte Internetnutzer in Deutschland habe 2014 für redaktionelle Inhalte jeden Monat im Schnitt 15 Euro ausgegeben. Ein Jahr zuvor war es erst jeder vierte.

Als „äußerst erfreulich“ bezeichnete Jörg Las­kowski, BDZV-Geschäftsführer Verlagswirtschaft, die Entwicklung der E-Paper-Auflage. Im Ver­gleich zum Vorjahr (1. Quartal) sei die Auflage um 30 Prozent von 564.000 auf 733.000 angestiegen – Tendenz: dynamisch wachsend. Bei überregio­nalen Titeln liege der Anteil der E-Paper-Auflagen bereits bei über zehn Prozent.

Neue Produkte – digital und Print

Der BDZV führte weiter aus, dass die Verlage mit großem Engagement und viel Mut an neuen Produkten arbeiteten. Etliche Regionalverlage hätten digitale Sonntagszeitungen auf den Markt gebracht; eine andere Variante sei die digitale Zeitung am Abend. Zwei Drittel der Verlage plan­ten für das laufende Jahr neue Digitalprodukte jenseits der klassischen Websites und New­sapps: Lokale Schwerpunktthemen, Freizeit, Sport und regionale Servicethemen würden für besondere Zielgruppen aufbereitet. Derzeit seien die Zeitungsverlage mit mehr als 600 Apps auf dem Markt. Als weitere Innovation aus den Re­daktionen nannte Fuhrmann die wachsende Zahl der Chefredakteurs-Newsletter, die mit Namen wie „Checkpoint“, „Stimme des Westens“, „Vo­rab:“, „Hauptwache“, „Morningbriefing“ oder „Post vom Chefredakteur“ verbreitet würden. Im Schnitt erreichten sie 35.000, in der Spitze mehr als 150.000 Abonnenten. Dabei stehe die Pe-netra­tion der Zeitungsmarke und die emotionale Bin­dung der Leser an die Redaktion im Vorder­grund. Als völlig neuen Ausspielkanal für Nach­richten und Service testeten die Verlage derzeit soge­nannte Wearables, wie beispielsweise die Apple Watch.

Daneben würden auch neue Printprodukte ent­wickelt. Mit regionalen Wirtschaftsmagazinen, Magazinformaten für Universitäten, für junge Menschen, für die Bereiche Sport, Freizeit, Life­style, Wohnen würden neue Zielgruppen erreicht. Die regionale Werbewirtschaft begrüße die Ma­gazinkultur der Zeitungen sehr.

Als größte Herausforderung der Branche be­zeichnete der BDZV, den wachsenden publizisti­schen Erfolg in der digitalen Welt auch zu einem ökonomischen Erfolg zu machen. „Das ist ein Marathon, der große Kondition und langen Atem erfordert“, so Fuhrmann. Die Branche sei dafür gut gerüstet.

Stabilisierung

Für das laufende Jahr rechneten die Zeitungs­verlage mit einer Stabilisierung im Vertriebs- und Anzeigengeschäft, erklärte Geschäftsführer Las­kowski. Im ersten Quartal 2015 lag die verkaufte Auflage bei 20,71 Millionen Exemplaren, die Ta­geszeitungen setzten 16,24 Millionen Exemplare ab, Wochenzeitungen 1,73 Millionen, die regio­nalen Abonnementzeitungen 12,35 Millionen. Bereits im Geschäftsjahr 2014 habe eine Konso­lidierung eingesetzt.

Der Gesamtumsatz sei mit 7,76 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr stabil (-0,6 Prozent). Der Gesamtumsatz (Tages-, Wochen- und Sonntagszeitungen) setzt sich aus 2,99 Milliarden Euro aus Anzeigen und Beilagen sowie 4,77 Milli­arden Euro Vertriebseinnahmen zusammen (der Umsatz der Supplements konnte 2014 aus statis­tischen Gründen nicht erhoben werden und ist daher in den Umsatzzahlen nicht enthalten; 2013 lag er bei 79,3 Millionen Euro).

Äußerst stabil sei der Gesamtumsatz in Höhe von 7,39 Milliarden Euro bei den Tageszeitungen (-0,2 Prozent). Dabei entfielen 2,84 Milliarden (-2,8 Prozent) auf Anzeigen und Beilagen sowie 4,55 Milliarden (+1,5 Prozent) auf den Vertrieb. Wochen- und Sonntagszeitungen erzielten einen Umsatz von 365 Millionen (-7,8 Prozent). Dabei sei zu beachten, dass die Entwicklung bei den Wochenzeitungen konstant sei, allerdings bei den Sonntagszeitungen aufgrund von Veränderungen bei einem Titel Umsatzrückgänge zu verzeichnen waren. Laskowski hob hervor, dass 94,7 Prozent der Vertriebsumsätze bei den Tageszeitungen im Abonnement erreicht würden, lediglich 4,6 Pro­zent kämen aus dem Einzelverkauf, 0,7 Prozent seien sonstige Verkäufe. Im Anzeigengeschäft komme das Gros der Umsätze nach wie vor aus dem lokalen Markt (30 Prozent), gefolgt von Stellenanzeigen (18 Prozent) sowie Markenarti­kel/ Markenwerbung/ Großformen des Handels mit 15,4 Prozent.

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