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30. November 2007 | Allgemeines

Die Zeitungen müssen in Zukunft noch bessere Inhalte erstellen

Verleger Hermann Neusser bei der 6. Medienakademie der Friedrich-Naumann-Stiftung

Die Zeitung liefert dem Publikum täglich einen umfassenden Überblick zu allen Lebensbereichen, sie ist ein ganzheitliches Medium, darin liegt eine ihrer Stärken – und an diesem Anspruch wird das Medium auch in Zukunft festhalten. Davon zeigte sich Hermann Neusser, Verleger des Bonner „General-Anzeigers“ und Vorsitzender des Kuratoriums für den Theodor-Wolff-Preis, in seinem Vortrag für die 6. Medienakademie der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit am 1. November 2007 in Berlin überzeugt.

Ändern würden sich allerdings die Distributi­onswege: Nachrichten und Meinungen kämen in Zukunft nicht mehr nur gedruckt zu den Lesern, sondern auch online und mobil. In Zukunft werde es daher, so der Verleger, bei der Ermittlung der Reichweiten auch nicht mehr allein um Leser pro Ausgabe gehen, sondern vielmehr um ein „Publi­kum“, das auf verschiedenen Ausgabewegen unter dem Dach einer Zeitungsmarke erreicht werde. Dabei sehe er es als seine Aufgabe an, nicht nur sein Verlagsunternehmen fit für die Zu­kunft zu machen, sondern auch die „Idee von Zeitung zu bewahren, also von der glaubwürdigen Nachricht, der geprüften Information, der seriösen Quelle“.

Da im Zuge der zunehmenden Digitalisierung offensichtlich gerade jüngere Nutzer aber immer weniger bereit seien, für redaktionelle Inhalte zu bezahlen, und da andererseits die Zeit der großen Zuwächse am Anzeigenmarkt vorbei sei, gelte die Aufgabe der Zukunft allerdings der Quadratur des Kreises: „Wir müssen noch bessere Inhalte zu geringerem Preis erstellen“, meinte Neusser. Dies wolle die Branche jedoch aus eigener Kraft lösen, der Ruf nach dem subventionierenden Staat zur Sicherung der gedruckten Vielfalt sei „keine angemessene Erwiderung“.

Allerdings forderte der Verleger eine Verbesse­rung der politischen und medienpolitischen Rahmenbedingungen ein. So seien die jüngsten Auseinandersetzungen mit der Deutschen Post um tarifvertragliche Mindestlösungen zu Lasten Dritter – nämlich der privaten Briefdienstleister – ein besonders ungutes Beispiel, Gleiches gelte für ARD und ZDF und deren ungebremste Ex­pansion im Internet. Neusser forderte ferner, die Beteiligungsgrenzen für Verlage beim privaten Hörfunk abzuschaffen. Nachdrückliche Kritik übte er in diesem Zusammenhang an dem kurz darauf vom Bundestag verabschiedeten Gesetz zur Vor­ratsdatenspeicherung und zur Überwachung der Telekommunikation. Das Vertrauensverhältnis zwischen Informanten und Journalisten werde gefährdet, ohne das eine umfassende und kritische Berichterstattung überhaupt nicht mög­lich ist“, warnte Neusser. „Ich halte beide Geset­zesvorhaben in der vorliegenden Form für nicht akzeptabel.“

Bei der 6. Medienakademie zum Thema „Zwi­schen Kommerz und Knast“ waren neben Her­mann Neusser unter anderem auch Wolfram Weimer, Chefredakteur der Zeitschrift „Cicero“, die Hamburger Rechtsanwältin Dorothee Bölke, Holger Stark, Redakteur im Berliner „Spiegel“-Büro, sowie Robert Birnbaum, Parlamentskorres­pondent des Berliner „Tagesspiegels“, als Ex­perten und Gesprächspartner geladen.

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