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02. Oktober 2006 | Allgemeines

„Die Zeitung ist der Browser“

Täglich 400 Leute aus der Region im Blatt / Verleger Eugen A. Russ zum Konzept der „Vorarlberger Nachrichten“

Die Zeitung ist der Browser. Sie führt zu allen relevanten Informationen. Wer sein Geschäft so versteht, hat auch im Zeitalter globalisierter Märkte und Internetgiganten wie Google und Co. als regionale Zeitung Erfolg und Zukunft. Das war die Botschaft von Eugen A. Russ, Herausgeber der „Vorarlberger Nachrichten“ in Schwarzach (Österreich) beim Zeitungskongress.

In seiner Keynote, auf die fast alle späteren Redner und Podiumsteilnehmer Bezug nahmen, schilderte Russ beispielsweise, wie er trotz eines im Schnitt sinkenden Interesses an Zeitungen hohe Reichweiten insbesondere bei Jugendlichen generiert. So würden in der ge­druckten Zeitung wie im Internet lokale Men­schen, „Leute wie du und ich“, in den Mittelpunkt gestellt. Pro Ausgabe seien 400 Menschen aus der Region mit Bild und/oder Name vertreten. Dies könnten Gratisanzeigen zur Geburt, Hoch­zeit, Taufe oder Tod sein. Hier würden gerade auch türkischstämmige Bewohner erreicht. Fer­ner hätten Vereine unter dem Rubrum „Einge­sendet“ die Chance, Vereinsmitteilungen im Ori­ginal abzusetzen.

Gefördert werde ferner der Nutzwert in der Re­gion. Die Bürger müssten eingebunden werden. Sehr gute Erfahrungen habe die Zeitung mit 20 Bürgerforen gemacht, an denen sich 2500 enga­gierte Meinungsführer zu etwa 20 ausgewählten Themen beteiligten. „Jeder kann hier ein Thema einbringen und wir übernehmen das dann in die Zeitung“, erläuterte Russ. Das könne zwar für die Bürgermeister in den betroffenen Gemeinden lästig werden, wenn beispielsweise gefährliche Schulüberwege und fehlende Ampeln moniert würden. Aber in vielen Fällen führe die Kritik zu raschen Problemlösungen. Ferner würden unter dem Stichwort „mehr Wissen“ Originalbeiträge wie Bilanzen, Protokolle oder Baueingaben ab­gelegt, die die Journalisten des Hauses bei Pres­sekonferenzen erhielten, für die in der gedruckten Zeitung jedoch kein Platz sei. Diese Anstrengun­gen haben dazu geführt, dass die „Vorarlberger Nachrichten“ zusammen mit dem Online-Angebot Vorarlberg Online sowie kostenlosen gedruckten Angeboten eine Gesamtreichweite von 93 Pro­zent in der Region erziele, „bei Jugendlichen ist die Reichweite noch höher“.

Zur digitalen Herausforderung für die Verlage sagte Russ, dass „was uns mit Google passiert ist, nicht noch einmal passieren darf“. Der Verle­ger kann in einem Einzugsgebiet mit 370.000 Einwohnern auf 440.000 Unique-Clients verwei­sen. Bei ihm sind regionale Neuigkeiten binnen drei Minuten online. Auch plant er ein Portal im Stil von YouTube einzustellen, wo Nutzer eigene Videos einstellen und tauschen können. Das Ziel: In fünf Jahren sollen aus den im digitalen Bereich erwirt­schafteten zehn Prozent an Erlösen 30 Prozent werden. „Wir wollen in allen Sparten Geld verdie­nen.“

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