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08. Juni 2012 | Allgemeines

Die Piraten sind ein Phänomen der Facebook-Alterskohorte

Kongress „Junge Märkte“ in München

Wer wissen möchte, wie Kinder und Jugendliche ticken, sollte auf keinen Fall den Kongress „Junge Märkte“ versäumen, den die Markt- und Medienforscher von iconkids & youth jährlich in München veranstalten. Bei der mittlerweile 15. Auflage Mitte Mai 2012 wurde ein weiter Bogen geschlagen vom Thema Computer-Spiele und Spielkonsolen über Identifikationsfiguren bis zum Phänomen „Piraten“ in Politik und Gesellschaft.

„Die Piraten sind ein Phänomen der Facebook-Kohorte“, erläuterte Axel Dammler, Geschäftsführer von iconkids & youth: Jede Alterskohorte schleppe ihren eigenen Bezugsrahmen mit, sei es die in Jugendjahren gehörte Musik oder die beliebtesten TV-Serien und Kinofilme. Die heute 40- bis 50-Jährigen zum Beispiel hätten als Jugendliche in den 1980er Jahren ihr Zuhause als weitgehend in Ordnung erlebt, die Welt hingegen als überaus gefährdet – Stichwort: Waldsterben, Tschernobyl, Zerstörung der Natur. Als Konsequenz habe diese Generation dem „eigenen Ich“ gegenüber die Position des „lean back“ eingenommen, der Welt gegenüber hingegen die des „lean forward“, der Verbesserung.

Genau andersherum sehe es heute bei der „Generation Facebook“ aus, meinte Dammler. Sie sehe ihr Zuhause in Gefahr – Stichwort Jugendarbeitslosigkeit, Bildungsverlierer – und die Welt als weitgehend ok. Jobs gebe es nicht mehr auf Lebenszeit. Existenzsicherung bringe den Zwang zu Mobilität in Beruf und Privatleben und zu lebenslangem Lernen mit sich. „Diese jungen Leute stellen ihr Ich in den Mittelpunkt ihres Handelns, und sie müssen kommunizieren können“, erklärte der Jugendforscher weiter. Ihr Lebenselixier sei die Pflege ihrer Beziehungskultur. „Negativ betrachtet, führt das zu einem massiven Ego-Zentrismus, positiv betrachtet geht es um Selbstoptimierung.“

Die Erfahrung der Lese- und TV-Forscher, dass Kinder und Jugendliche beim Lesen von Texten oder beim Anschauen von Filmen immer seltener geduldig verweilen und immer häufiger zwischen den Angeboten zappen, merkt mittlerweile auch die (elektronische) Spieleindustrie. Laut iconkids & youth nimmt die Zahl der „Hardcore-Gamer“, die bis zu 40 Stunden an einem Computerspiel verbringt, um es aufzulösen, ab. Deutlich im Wachsen begriffen sei hingegen die Zahl der Casual Games, die schnell und einfach auch auf Smartphones gespielt werden könne. „Das klassische Zeitalter der Spielkonsolen geht zu Ende“, prognostizieren die Jugendforscher.

Immer mehr Jugendliche haben ein Smartphone

Parallel wächst die Verbreitung von Smartphones weiter: 80 Prozent der 17- bis 19-Jährigen besitzen bereits ein solches internetfähiges Handy, bei den 13- bis 16-Jährigen sind es immerhin schon 59 Prozent, so die jüngste Erhebung. Auch der Handybesitz ganz allgemein steigt bei Kindern und Jugendlichen. Der Wechsel auf eine weiterführende Schule sei die „magische Schwelle“ für den Einstieg, heißt es bei iconkids & youth. Bei den 18- bis 19-Jährigen liege die Handyquote dann bei 100 Prozent.

Wenig Veränderung gab es hingegen bei den prominenten Persönlichkeiten, die auf der Beliebtheitsskala deutscher Teenager ganz oben stehen: 2012 rangieren auf Platz eins bis fünf Justin Bieber, Heidi Klum, Dieter Bohlen, Lady Gaga und Stefan Raab; 2011 waren es Justin Bieber, Dieter Bohlen, Heidi Klum, Sebastian Vettel und Sebastian Schweinsteiger. Bei den besonders unbeliebten Persönlichkeiten führt Dieter Bohlen die Reihe an, es folgen Christian Wulff, Justin Bieber, Angela Merkel und Lady Gaga. Offensichtlich handele es sich, interpretieren die Jugendforscher diese Doppelungen, bei Bohlen, Bieber und Gaga um „Figuren, die besonders polarisieren“.

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