Empfehlen Sie uns weiter
  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Facebook übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Twitter übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Hier können Sie mittels unseres Service-Formular eine Seite empfehlen. Es werden keine persönlichen Daten gespeichert.

16. Februar 2000 | Allgemeines

Die Nutzer entscheiden über Medienangebote

Diskussion zu "Medienperspektiven in der Informationsgesellschaft" / Jubiläumsveranstaltung beim "Gießener Anzeiger"

Die Politik wird immer weniger Einfluss auf die Inhalte der Rundfunk- und Fernsehprogramme haben. Letztlich entscheiden die Nutzer, was gesehen und gehört wird. Der Siegeszug des Internets wird sich fortsetzen. Deshalb müssen Zeitungs- und Zeitschriftenverlage neben dem gedruckten Produkt auch Online-Angebote entwickeln und sich zu Medienhäusern wandeln. Darüber waren sich die Teilnehmer der Podiumsdiskussion einig, zu der der "Gießener Anzeiger" am 2. Februar 2000 anlässlich seines 250-jährigen Bestehens in die Aula der Justus-Liebig-Universität geladen hatte.

Um "Medienperspektiven in der Informationsgesellschaft" ging es in dem von dem Verleger des "Gießener Anzeigers" (GA), Wolfgang Maaß, moderierten Streitgespräch mit dem hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch; BDZV-Vizepräsident Dr. Richard Rebmann; dem Chefredakteur von "Öko-Test", Jürgen Stellpflug; dem Programmdirektor von Radio FFH, Hans-Dieter Hillmoth; sowie dem Intendanten der Deutschen Welle, Dieter Weirich; dem Medienwissenschaftler Professor Siegfried Quandt und "GA"-Chefredakteur Michael Reinhard.

Die Tageszeitung "als die vernünftigste, gelassenste und ruhigste Methode, einen Überblick über die Welt zu bekommen", werde es weiterhin geben, sagte der hessische Ministerpräsident Roland Koch. Aus dem Internet werde sich der Bürger allerdings die Zusatzinformationen holen, die er gezielt wünsche. Neue Medien bedeuteten einen Gewinn an Demokratie, wenn sich der Bürger direkt informieren könne. Die Zeit des "Bewirtschaftungsrechts" der Medien durch die Politik sei bald vorbei.

Der Intendant der Deutschen Welle, Dieter Weirich, erwartet für die Zukunft des Radios "Digitalisierung, Globalisierung, Deregulierung und Individualisierung". Der Medienwissenschaftler Siegfried Quandt sah es als eine Aufgabe seines Faches, "kulturelle und geschichtliche Hindernisse zu überwinden". Auch müssten die Wissenschaftler "den Verlagen sagen, wie sie sich zu Medienhäusern entwickeln".

"Alle reden drüber - der Gießener Anzeiger macht's", setzte "GA"-Chefredakteur Reinhard selbstbewusst dagegen. Die viertälteste Tageszeitung Deutschlands habe den Weg zum Medienhaus bereits eingeschlagen. Um die Zukunft der gedruckten Medien war auch dem "Öko-Test"-Chefredakteur Stellpflug nicht bange. Man müsse keine Furcht haben, dass in zehn Jahren keine Zeitschriften zum Durchblättern mehr existierten, sagt Stellpflug. Doch sollten sich die Printmedien mit dem Internet beschäftigen. Denn: "Beide Medien befruchten sich gegenseitig."

Internet: www.anzeiger.net

zurück