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24. Oktober 2001 | Allgemeines

Die digitale Revolution ist unser größter Lehrmeister

Dirk Ippen über die Zukunft der Regional-Zeitungen

Die Vorlagen beim „Print-Gipfel“ und dem Forum „Zukunft Zeitung“ anlässlich der Medientage München am 18. Oktober 2001 hatte Leo Kirch vorab in einem Interview geliefert mit der Behauptung, dass manche lokale und regionale Zeitung wenig Zukunft habe und sein Unternehmen bereitstehe, das „Fallholz“ in „Bauholz“ zu verwandeln. Der Münchner Verleger Dirk Ippen („Merkur“, „tz“) verwahrte sich in seinem Impulsreferat gegen derlei Bestrebungen und wies darauf hin, dass allein die regionalen Zeitungen in Deutschland immerhin 15 Millionen Abonnenten zählten; Leo Kirch bis heute mit seinem Sender Premiere die Drei-Millionen-Grenze nicht erreicht habe.

Dank ihrer hohen Reichweite, der großen Glaubwürdigkeit im Redaktionellen wie der starken Werbekraft könnten Zeitungen selbstbewusst in die Zukunft sehen. Gleichwohl gebe es, warnte Ippen, auch Handlungsbedarf. Insbesondere in großen Städten seien Auflagenrückgänge zu verzeichnen. Keinesfalls aber sei ein Ende der Lesekultur zu erwarten. „Die Zeitung hat sich bereits gewandelt“, verwies der Verleger etwa auf den Einfluss des Fernsehens in das bunter und bildträchtiger gewordene Layout der Blätter, deren bestes Beispiel „USA Today“ sei. Nun spiele die so genannte „digitale Revolution“ den größten Lehrmeister für die Branche. „Alle Anzeigen sind heute digital verfügbar – das war für die Zeitungen ein Riesenschritt.“ Es gebe digitale Bildtechnik, Computer-to-Plate-Verfahren, Druckereien existierten heute dezentral beim Leser – so werde etwa die „Bild“ auch auf Mallorca gedruckt.

 

Die digitale Revolution habe die Zeitungen auch gelehrt, führte Ippen weiter aus, sich als „wertvolle Marken“ unabhängig vom Vertriebsweg über die gedruckte Zeitung oder das Internet zu begreifen. Denn sie repräsentieren Glaubwürdigkeit, Qualität, Niveau und Integrität der Inhalte. Das Fazit des Verlegers: 1. - Das Medium „Zeitung“ bedeutet in seinem Kern „Journalisten und Inhalte“. In Deutschland gebe es knapp 1.600 Lokalzeitungen. Dies sei die große Stärke des Mediums. Denn gerade auch im „Global Village“ wolle jeder wissen, was in seinem Dorf geschieht“. 2. - Zeitungen sind „Solidarsysteme“ in der Gesellschaft, in der sie erscheinen. 3. - Zeitungen sind interaktiv durch die unmittelbare Wechselwirkung mit dem Leser. Die Leser sagen „meine Zeitung“ aber nicht „mein Internet“. 4. - Zeitungen haben eine Seele, die gepflegt werden muss. Wer dies beachte, so Ippen, werde die digitale Revolution eher als Chance denn als Bedrohung empfinden.

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