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04. Dezember 2003 | Allgemeines

Dicke Kinder nicht durch Werbung

ZAW wirft Ministerin Künast gezielte Desinformation vor

„Bundesverbraucher-Ministerin Renate Künast hat die Öffentlichkeit im Zusammenhang mit dickleibigen Kindern in die Irre geführt.“ Diesen Vorwurf erhob der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) am 1. Dezember 2003 gegenüber der Grünen-Politikerin. Künast hatte zuvor die Ernährungsindustrie und ihre Werbung beschuldigt, wesentlicher Verursacher von Dickleibigkeit bei Kindern in Deutschland zu sein.

Künast habe die Ergebnisse des aktuellen Ernährungsberichts der Bundesregierung bewusst verschwiegen, stellt dazu der ZAW fest. Darin hatte die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) unter anderem festgestellt, dass sich der Einfluss der Lebensmittelwerbung auf Kinder und Jugendliche nach den vorliegenden Analysen im konkreten Verzehr der beworbenen Produkte nicht nachweisen lasse. Kinder und Teenager, die viel fernsähen, würden zwar die Lebensmittel aus der Werbung sehr gut kennen; sie verzehrten aber von den beworbenen Produkten nicht mehr als jene Kinder mit geringer TV-Nutzung.

 

Diese und weitere wissenschaftliche Erkenntnisse verschweige die Ministerin, kritisiert der ZAW. Sie habe ebenso empirische Daten und psychologische Untersuchungen ignoriert, wie sie der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft bei Gesprächen als Faktenpapier (abrufbar unter www.zaw.de bei Brennpunkt) über „Kinder, Werbung und Ernährung“ vorgelegt hatte. Darin wird nachgewiesen, dass beim Zustandekommen von Übergewicht keine Zusammenhänge mit der Marktkommunikation von Firmen erkennbar sind. Ursachen seien nach Erkenntnissen der Wissenschaft komplexe sozioökonomische Faktoren, Genetik, fehlende Bewegung und köperschädigendes Ernährungsverhalten durch riskante Lebensstile.

Der ZAW forderte Medien, gesellschaftliche Gruppen und insbesondere verantwortungsbewusste Politiker auf, die öffentliche Debatte auf der Grundlage von Tatsachen zu forcieren. „Die politisch vordergründige Hatz auf die Ernährungswirtschaft und ihre Werbung ist eine Placebo-Politik von Frau Künast auf dem Rücken der tatsächlichen Probleme dickleibiger Kinder“, resümierte der ZAW in Berlin.

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