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17. November 2006 | Namen und Nachrichten

Deutsches Web wird archiviert

Die Deutsche Nationalbibliothek steht vor einer Mammutaufgabe: Sie soll das deutschsprachige Web archivieren. Seit dem Inkrafttreten des „Ge­setzes über die Deutsche Nationalbibliothek“ am 29. Juni 2006 gilt für Websites, was bisher bereits für Bücher, Zeitschriften und andere Veröffentli­chungen galt: Netzpublikationen, die zu „Medien­werken in unkörperlicher Form“ zählen, müssen bei der Deutschen Nationalbibliothek abgeliefert werden. Das Gesetz schränkt ein: Internet-Inhalte könnten dabei auch lediglich "zur Abholung be­reitgestellt werden".

Danach werden deutsche Verlage künftig ver­pflichtet, neben ihren Printprodukten auch im Internet veröffentlichte Werke, so genannte „Netzpublikationen“, an die Deutsche Nationalbib­liothek zu überstellen. Die Ablieferungspflicht betrifft sowohl digitale Alternativen zu Printversio­nen (z.B. elektronische Tageszeitungen, E-Paper) wie webspezifische Publikationen. Diese müssen zusätzlich bei der Nationalbibliothek in Frankfurt am Main abgeliefert werden – und zwar binnen einer Woche, auf eigene Kosten und vollständig. Bei Zuwiderhandeln droht eine Bestrafung wegen Ordnungswidrigkeit von bis zu 10.000 Euro. Die Pflicht besteht auch für Webseiten mit kosten­pflichtigen Inhalten. Diese sollen ebenfalls ins Archiv und dort genauso wie die Printmedien – vor Ort in der Bibliothek – kostenlos zugänglich sein.

Bei den webspezifischen Publikationen sind derzeit noch viele Fragen hinsichtlich Samm­lungsumfang, Sammlungstechnik und Verfüg­barmachung unbeantwortet. Deshalb gibt es zwar eine Ablieferungspflicht, sie muss aber noch nicht erfüllt werden. Die Konkretisierung des erweiter­ten gesetzlichen Auftrages wird durch Neufas­sung der Pflichtabgabeverordnung und der Sam­melrichtlinien in naher Zukunft erfolgen.

Um an die digitalen Inhalte zu kommen, arbeitet die Deutsche Nationalbibliothek an drei Prozes­sen: Sie kooperiert mit Partnern, die ebenfalls sammeln. Sie implementiert eine Schnittstelle auf der eigenen Website, über die Inhalte an die Bib­liothek übertragen werden können. Und sie ar­beitet drittens an „Harvesting“-Methoden, das heißt an automatisierten Sammelverfahren mit­hilfe von Robots.

Die Bibliothek hat gerade eine Website mit all­gemeinen Erklärungen und interaktiven Formula­ren für das Ablieferungsverfahren freigeschaltet (http://info-deposit.d-nb.de).

Quelle: ibusiness.de, Internet World Business, Deutsche Nationalbibliothek, haz.de, Süddeutsche Zeitung

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