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09. Dezember 2002 | Allgemeines

Deutsche Fußball-Liga setzt auf Kooperation mit der gedruckten Presse

BDZV-Präsidium im Spitzengespräch mit Vertretern der Bundesliga-Vereine / Problem mit Fotos für Online-Angebote noch ungelöst

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) plant auch auf lange Sicht keinerlei Einschränkungen der Arbeit der gedruckten Zeitung. Dies war die wichtigste Botschaft des Spitzengesprächs zwischen der DFL und dem BDZV am 26. November 2002 in Frankfurt am Main.

DFL-Präsident Werner Hackmann und der Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung, Wilfried Straub, hoben in dem Gespräch mit BDZV-Präsident Helmut Heinen sowie seinen Präsidiumskollegen Dr. Richard Rebmann und Karlheinz Röthemeier hervor, wie wichtig die publizistische Leistung der Zeitungen für die Vereine sowie die Bundesliga insgesamt sei. Auch die Verleger machten deutlich, welche umfassenden Leistungen die Zeitungen mit ihrer Berichterstattung über die Bundesligavereine erbrächten. Die Zeitung sei damit der wichtigste Mittler zwischen den Vereinen und der Öffentlichkeit. Dies gelte in ganz besonderer Weise für die lokalen und regionalen Zeitungen in jenen Städten, wo die Vereine der ersten und zweiten Bundesliga zu Hause seien.

 

Kein Konsens zwischen DFL und Zeitungsverlegern zeigte sich in der Frage der aktuellen Bildberichterstattung in Online-Diensten. Die Rechte für die Fotos aus dem laufenden Spiel sowie die Live-Bewegtbilder seien verkauft worden, so die DFL. Dementsprechend müssten die weiteren Verwertungsrechte vom Rechteinhaber erworben werden. Pressefotografen müssten sich verpflichten, keine Fotos ohne eine Sperrfrist (bis zum Schlusspfiff) zu versenden.

 

Die DFL-Vertreter bekräftigten, dass die Belieferung der Online-Medien ein neuer Teil in der Verwertungskette rund um das Produkt Fußball sei. Dem hielten die Zeitungsverleger entgegen, dass die Online-Dienste der Zeitungen kein eigenes Medium seien, sondern eine direkte Ergänzung des Printprodukts darstellten. Deshalb müssten Online-Zeitungen den gleichen Bedingungen unterliegen wie die gedruckten Zeitungen.

Die Präsidien und Geschäftsführungen von DFL und BDZV vereinbarten, den begonnenen Dialog fortzusetzen und gemeinsam nach tragbaren Lösungen zu suchen. Im übrigen handele es sich bei den Online-Angeboten keineswegs um sprudelnde Erlösquellen, sondern um Engagements, die die Verlage viel Geld kosteten.

 

Anfang August begann die Auseinandersetzung um die aktuelle Bildberichterstattung, als die Fotografen der Nachrichtenagenturen sowie vieler Zeitungen mit der Forderung der DFL konfrontiert wurden, eine Erklärung zu unterschreiben, der zufolge vor und während eines Fußball-Spiels der ersten und zweiten Bundesliga keine Fotos vom Spiel zur Publikation und Weiterverwertung zur Verfügung gestellt werden durften. Viele Fotografen, allen voran die Berichterstatter der Nachrichtenagenturen, unterschieben die DFL-Erklärung nicht. Konsequenz: Der Zutritt zum Stadion wurde ihnen verwehrt. Nach mehreren Gesprächen einigten sich Nachrichtenagenturen und DFL Mitte August auf folgenden Kompromiss: Die Fotografen der Agenturen unterzeichnen die von der DFL geforderte Erklärung und verpflichten sich für die laufende Saison, keine Fotos während der Spiele in elektronischen Medien zu veröffentlichen oder zur Veröffentlichung freizugeben. Die Übermittlung von Fotomaterial aus den Stadien ist jederzeit möglich. Bilder, die während des Spiels gesendet werden, müssen mit einem Sperrvermerk versehen werden. Nach dem Schlusspfiff sind die Aufnahmen für die Veröffentlichung im Internet oder bei Mobilfunkdiensten freizugeben. Nach dem erzielten Kompromiss behalten sich beide Seiten vor, die Rechtefrage als Kern der Auseinandersetzung gerichtlich klären zu lassen.

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