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22. Juli 2010 | Allgemeines

„Der Maßstab ist nicht die Konkurrenzzeitung, sondern funktionierende Unternehmen im Web“

Keynote von „Guardian“-Chefredakteur Alan Rusbridger beim medienforum.nrw

„Wir befinden uns inmitten einer Revolu-tion“, stellte der Chefredakteur des Londoner „Guardian“, Alan Rusbridger, beim Internati-onen Zeitungskongress fest. In seiner Keynote bezeichnete Rusbridger die Auswir¬kungen des Internets als „alarmierend“ und „inspirierend“ zugleich. Ein Verlust an Kon¬trolle über die Verbreitung der Inhalte stehe einem Zugewinn an Informationen aus der Hand journalistischer Laien gegenüber.

Dass Journalisten dieser Entwicklung durch­aus auch mit Angst begegneten, sei verständlich, sagte er. Denn angesichts der geringen Online-Erlöse stellten sie sich die Frage: „Wenn es dafür kein Geschäftsmodell gibt - wie steht es dann überhaupt um den Wert meiner Arbeit?“

Aktuell zähle „The Guardian“ auf seiner Web­site 35 Millionen Unique User und erlöse im Jahr 40 Millionen Britische Pfund (33 Millionen Euro) aus digitalen Angeboten. Ein Grund dafür sei, dass der Web-Traffic jährlich um 20 bis 30 Pro­zent gesteigert werden könne. Den Teilnehmern beim Zeitungskongress empfahl Rusbridger, sich bei ihrem Engagement im Internet nicht mit kon­kurrierenden Zeitungen zu vergleichen, sondern zu schauen, was in anderen Branchen funktio­niere, und dies auf den Journalismus zu übertra­gen. Ein gutes Beispiel dafür sei etwa eBay und dessen Umgang mit der Bildung von „Reputation“ bei Käufern und Verkäufern oder amazon und seine peer-to-peer-Empfehlungen. Die Zeitungen müssten sich auch fragen, warum etwas Facebook oder Twitter so erfolgreich sein.

„Als Journalisten müssen wir offen sein für das Web“, wünschte sich Rusbridger. Es gelte, sich in jede Richtung mit seinen Inhalten zu verlinken. Ein weiterer wichtiger Punkt sei die Zusammen­arbeit: „Wir müssen nicht alles selbst erfinden.“ Durch die intelligente Einbindung passender In­halte anderer Websites könnten die Zeitungen die führenden Plattformen zu aktuellen Themen weit über die traditionelle Nutzerschaft im Netz hinaus bilden. Rusbridger zitierte in diesem Zu­sammenhang zehn Regeln, die er der Redaktion des „Guardian“ für den Umgang mit dem oder besser das Leben im Internet gegeben habe. Dazu zähle beispielsweise, Leser aktiv zur Teil­nahme an der Herstellung von Inhalten zu ermu­tigen und ihnen die Themensetzung dort zu überlassen, wo der „Guardian" selbst aus Kapa­zitätsgründen nicht berichten könne. Typisches Beispiel seien Theaterpremieren. Auch empfahl der Chefredakteur die Einrichtung einer unab­hängigen Korrekturinstanz.

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