Empfehlen Sie uns weiter
  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Facebook übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Twitter übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Hier können Sie mittels unseres Service-Formular eine Seite empfehlen. Es werden keine persönlichen Daten gespeichert.

21. Dezember 2006 | Allgemeines

„Der Markt ist da, die Wettbewerber auch“

Fachtag „Local Search“ mit 132 Teilnehmern / BDZV und Ifra mit Studie zum Thema „Suche“

Suche im Internet ist ein wachstumsstarker Anzeigenmarkt. Noch sind die deutschen Zeitungen in ihren lokalen Internetmärkten die Nummer Eins Doch die Zeit läuft, und die Wettbewerber sind bereits präsent. Zeitungen müssen dem lokalen Suchmarkt mehr Aufmerksamkeit widmen. „Eine eigene lokale Suchlösung ist ein ‚Muss’ und kein ‚Nice to Have’“, betonte Dr. Richard Rebmann, Vizepräsident des BDZV und Verleger des „Schwarzwälder Boten“ in Oberndorf, beim gemeinsamen „Fachtag Local Search“ von BDZV und Ifra am 6. Dezember 2006 in Köln. Über 130 Teilnehmer informierten sich bei der von BDZV-Multimediareferent Holger Kansky moderierten Tagung über die Chancen in diesem neuen Geschäftsfeld. Präferiert wurde von Teilnehmern wie Referenten der Aufbau einer Kooperationslösung, für die bereits erste Ideen vorgestellt wurden. BDZV und Ifra werden in Kürze eine gemeinsame Studie zum Thema „Suche“ und mögliche Optionen für Verlage präsentieren.

Der lokale Suchmarkt wächst weltweit mit ho­her Geschwindigkeit. In den USA wird für das Jahr 2007 ein Umsatz von 1,8 Milliarden US Dol­lar erwartet – das Gesamtvolumen für lokale In­ternetanzeigen soll bei 7,7 Milliarden liegen. Für den Anzeigenkunden ist sowohl das leistungsab­hängige Bezahlmodell wie auch die Platzierung der Anzeigen im Kontext der Suche interessant. Die Nutzer können über die lokale Suche gezielt relevante Informationen finden. Schon heute ha­ben rund 25 Prozent aller Suchanfragen einen lokalen Hintergrund.

Die lokale Suche kann den lokalen Anzeigen­markt umkrempeln. Langfristig werden sich nach Einschätzung von Jochen Dieckow, zuständig für Business und New Media Research bei der ifra in Darmstadt, im Internet lokale Konsumentenpor­tale bilden, bei denen die jetzt noch zwischen den verschiedenen Printprodukten aufgeteilten Anzei­genmärkte für Rubriken, gestaltete Anzeigen, Coupons und Gelbe Seiten verschmelzen.

 

Lokale Suche in Deutschland

Genau in diese Richtung zielen in Deutschland bereits Initiativen von Branchenbuchanbietern und Suchmaschinen. Frank Meik, Ifra-Senator und Geschäftsführer des MW-Verlags in Berlin, stellte die Chancen und Risiken näher vor und die Dringlichkeit schnellen Handelns heraus: „Sollte in spätestens drei Jahren die Online-Werbung in Deutschland bei über einer Milliarde Euro liegen, droht den Zeitungsverlagen ein weiterer Einnah­meverlust von zehn Prozent ihrer heutigen Wer­beerlöse“. Eine Kooperationslösung der Verlage biete maximale Sicherheit bezüglich der techni­schen Dienstleistung, geringstmöglichen Res­sourceneinsatz der Verlage und gute Refinanzie­rungsaussichten. „Der Markt ist da, die Wettbe­werber auch“, erklärte Meik, „Noch sind die Ein­trittsszenarien nicht zu kostspielig.“

 

Freckert.de im Saarland: regionale Lösung

Bei der „Saarbrücker Zeitung“ ist mit freckert.de bereits eine mit minimalem Aufwand realisierte lokale Suchlösung in Betrieb. „Die Saarland­suchmaschine“ wurde als Absicherung gegen Google platziert und läuft als Pilotanwendung auch für die anderen Regionalzeitungen des Holtzbrinck-Konzerns. Die Redaktion hat dazu Spezialsuchen für die top-100-Unternehmen des Landes, die Saar-Behörden und andere Bereiche recherchiert, die sich nun gezielt durchsuchen lassen. „Kontextabhängige Werbung funktioniert“, berichtete Chistian Lauer, Leitung Multimedia Service. Auch wenn die Erwartungen der User an die allgemeine Suche noch nicht erfüllt werden könnten, da hier nicht saarlandspezifische Seiten gefunden würden, habe sich das Konzept be­währt: „Wir haben äußerst positive Reaktionen im Markt und bekommen sogar Fanpost“, sagte Lauer. „Nach nur zwei Wochen waren wir bereits auf über 30 externen privaten Websites integ­riert.“

 

Kontextbasierte Werbung - Eigenlösung sinnvoll

Auch Sven Heller, Leiter Sales und Marketing bei BerlinOnline.de, setzt auf kontextabhängige, lokal verkaufte Werbung. „Bei der Kooperation mit nationalen Anbietern sind Einfluss, Mitbe­stimmung und Transparenz eingeschränkt“, warnte er. Ein direkter Wettbewerb sei jedoch nicht sinnvoll. Deshalb gebe es bei BerlinOnline eine Mischung aus eigenen Angeboten, die über ein eigenes technisches System realisiert würden, und Treffern von Yahoo, die eingeblendet wür­den, wenn es nicht genügend eigene verkaufte Suchtreffer gebe.

Auf BerlinOnline gebe es mittlerweile eine Mil­lion Suchanfragen pro Monat. Insgesamt erreicht das Portal rund 1,86 Millionen User und erzielt mit ihnen 37 Millionen PageImpressions und sechs Millionen Visits. Anzeigenkunden können ihre Suchwortkampagnen direkt online buchen.

 

Immer enger verzahnt: Content und Community

Meinolf Ellers, Geschäftsführer der dpa-infocom GmbH in Hamburg, präsentierte die Neuerungen, die bei der dpa in Bezug auf die regionale Zuord­nung von Nachrichten und Bildern 2007 einge­führt werden. Die dpa ist zudem ein assoziierter Partner bei einem BMFT-Projekt („D-LOMS“), das sich mit der Darstellung von Inhalten und Karten auf Mobiltelefonen beschäftigt.

Mit dem im Frühjahr 2006 gestarteten „Qype“ präsentierte Mark Pohlmann einen interaktiven, von Internetnutzern generierten Stadtführer. Nach sechs Monaten haben die Nutzer rund 25.000 Beiträge in 1500 Orten geschrieben. Auch Ka­laydo, das regionale Rubrikanzeigenportal der Zeitungen im Rheinland, will künftig die Nutzer stärker einbinden: „Die Community wird deutlich ausgebaut. Wir setzen in nächster Zeit auf Be­wertungen, Relevanz und Glaubwürdigkeit“, er­läuterte Geschäftsführer Joachim Vranken.

zurück