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04. Juli 2003 | Allgemeines

Der Kampf für die Pressefreiheit ist eine zentrale Aufgabe für das 21. Jahrhundert

WAN vergibt Goldene Feder der Freiheit an weißrussische Journalistenorganisation

Freiheit der Information ist das beste Gegenmittel gegen Fanatismus und Terrorismus, sagte der Präsident des Weltverbands der Zeitungen (WAN), Seok Hyun Hong, anlässlich der Eröffnung des 56. Weltzeitungskongresses am 9. Juni 2003 in Dublin.

„Diese wichtige Schlacht des 21. Jahrhunderts liegt noch vor uns“, erklärte Seok weiter. Es gebe noch immer viel zu viele Länder, in denen Journalisten bei ihrer Aufgabe genau dort behindert würden, wo sie am sinnvollsten und konstruktivsten sei. Einer Untersuchung zufolge seien im vergangenen Jahr mindestens 1.420 Fälle bekannt geworden, in denen Journalisten geschlagen, entführt, inhaftiert oder bedroht wurden, oder in denen ihre Veröffentlichungen zensiert, untersagt oder vernichtet wurden. Mindestens 150 Journalisten würden derzeit im Gefängnis sitzen und langjährige Haftstrafen dafür abbüßen, dass sie ihren Job gemacht hätten.

 

„Es ist kein Zufall, glaube ich, dass generell in den ärmsten und am wenigsten entwickelten Ländern diese Angriffe auf die Presse erfolgen, unter Menschen, die am stärksten unter schlechter Ernährung, schlechter Ausbildung und anderen Plagen leiden.“ Vor diesem Hindergrund müssten demokratische Länder, forderte der WAN-Präsident, die Etablierung einer freien Presse in das Zentrum aller internationalen Diskussionen, Programme und Strategien stellen, um eine nachhaltige Entwicklung abzusichern. Dies würde auch dazu beitragen, die Bedingungen zu vernichten, unter denen Terrorismus gedeihe.

 

Vor den rund 1.200 Teilnehmern am 56. Weltzeitungskongress und dem zehnten Weltforum der Chefredakteure wurde die Goldene Feder der Freiheit 2003 an den weißrussischen Journalistenverband übergeben. Die Jury würdigte damit den engagierten Wiederstand der Organisation gegen die Unterdrückung der Medien durch Weißrusslands Präsidenten Alexander Lukaschenko.

 

Dieser Preis sei ein Symbol professioneller Solidarität und Unterstützung der Journalisten Weißrusslands, sagte Zhanna Litvina, die Präsidentin der Journalistenorganisation, in ihrer Dankesrede. „Für meine Kollegen und mich ist dies ein Signal, dass wir nicht allein sind in unserem Bemühen, unsere professionellen Rechte, das Prinzip der freien Rede und den Anspruch der Bürger auf objektive Information zu schützen.“ Die weißrussische Regierung verstehe die Presse nach wie vor als eine Propagandamaschine, erläuterte Litvina weiter. Internationaler Druck sei vielleicht der einzige Weg, das gegenwärtige Regime zu beeinflussen, damit es internationale Medienstandards einhalte.

 

Zu den zahlreichen Experten, die anlässlich des Weltkongresses und des Weltforums der Chefredakteure Best-Practice-Beispiele aus ihrer Heimat präsentierten, zählte auch Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender des Axel Springer Verlags Berlin/Hamburg. Er präsentierte die „Bild“-Zeitung als ein herausragendes Beispiel dafür, wie es Zeitungsverlagen gelingen könne, starke Marken zu bilden.

 

„Bild“ erreicht mit einer täglichen Auflage von rund vier Millionen Exemplaren etwa zwölf Millionen Leser; nimmt man die anderen Produkte der Bild-Familie hinzu, sind es sogar 27 Millionen Leser, die von der Marke „Bild“ erreicht werden. Einer der Schlüssel zum Erfolg dieser „Supermarke“ ist laut Döpfner das klar definierte Konzept: Es ist innovativ, am Massenmarkt orientiert, fokussiert auf den Einzelverkauf am Kiosk. Ferner soll „Bild“ Geldwert bieten, schnell, unterhaltend und ein Anwalt der Menschen sein.

 

Dazu Döpfner: „Wir wollen unsere Leser überraschen, wir wollen so viele junge Leser wie möglich haben und wir wollen unsere Marke stärken“. So würde die „Bild“ beispielsweise als eine ihrer Werbemaßnahmen täglich Fernsehspots produzieren lassen, die auf der Titelstory des nächsten Tages aufbauten. „Ich denke, wir sind der einzige Verlag in der Welt, der so etwas macht“. Eine kurze Zusammenfassung aller Expertenvorträge in englischer Sprache ist auf der Website des WAN nachzulesen unter www.wan-press.org/dublin2003/index.html.

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