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24. Oktober 2001 | Allgemeines

Das Internet hat die Zeitung nicht verdrängt

Allensbacher Erkenntnisse über Nutzungsstrukturen

Die Online-Nutzung steigt ungebrochen an. Was bedeutet das für die Zeitung? Rüdiger Schulz, Projektleiter beim Institut für Demoskopie Allensbach, wartete beim Forum „Zukunft Zeitung“ in seinem Vortrag über „Zeitung und Internet: Verdrängungswettbewerb oder Ergänzung?“ mit einer Fülle von Zahlen, Daten und Fakten auf, die auch von der Website des BDZV heruntergeladen werden können.

So sind beispielsweise im Jahr 2001 43 Prozent der Online-Nutzer täglich oder fast täglich im Netz; 1997 waren es erst 26 Prozent. Auch sind immer mehr Frauen im Netz aktiv: Von den Online-Nutzern, die seit weniger als einem Jahr im Internet surfen, sind 54 Prozent Frauen und 46 Prozent Männer; bei den Online-Nutzern mit mehr als fünfjähriger Erfahrung im Internet sind es dagegen nur 19 Prozent Frauen und 81 Prozent Männer. Ähnlich sieht es bei der Schulbildung aus: Langjährige Online-Nutzer haben zu 60 Prozent eine höhere Schulbildung und zu 15 Prozent eine einfache; Online-Nutzer mit weniger als einem Jahr Internet-Erfahrung sind dagegen nur zu 26 Prozent Absolventen von Gymnasien, 29 Prozent haben dagegen eine einfache Schulbildung.

 

Nach Altersgruppen sind die jungen Leute im Internet am stärksten vertreten. 58 Prozent der 14- bis 19-Jährigen sind Online-Nutzer sowie 54 Prozent der 20- bis 29-Jährigen. Bei den 50-bis 59-Jährigen sind es dagegen nur noch 25 Prozent. Im Gegensatz zur Tageszeitung, die vor allen Dingen in den Morgenstunden gelesen wird, erreicht die Online-Nutzung ihre höchste Frequenz im Tagesverlauf zwischen 19 und 22 Uhr, nämlich 58 Prozent.

 

Eine Beeinträchtigung der Zeitungsreichweiten durch die Einführung des Internets in Deutschland lässt sich bisher nicht ablesen. Tatsächlich stabilisieren sich die Reichweiten in den letzten beiden Jahren sowohl bei der Bevölkerung allgemein ab 14 Jahre als auch bei den 14- bis 29-Jährigen. Offensichtlich gibt es sogar eine hohe Affinität von intensiven Internet-Nutzern für Zeitungen und Zeitschriften. So zeigt der Nutzungsindex (= 100) von Zeitschriften und Zeitungen bei Internet-Nutzern, dass beispielsweise Leute mit mehr als fünfjähriger Interneterfahrung hier mit dem Wert 179 erheblich über dem Durchschnitt liegen. Auch Internet-Nutzer mit drei bis fünf Jahren Interneterfahrung erzielen hohe Werte (Index 154); immer noch bei 128 liegen Nutzer, die seit ein bis zwei Jahren im Internet aktiv sind.

 

Ein weiteres Ergebnis: Internetpioniere nutzen überregionale Tageszeitungen überdurchschnittlich, regionale Abonnementzeitungen durchschnittlich. Gefahren lauern allerdings bei den so genannten „Randnutzern“. Sie dürften sich nach den Erkenntnissen vom Institut für Demoskopie Allensbach in Zukunft eher zur alleinigen Internetnutzung verführen lassen und auf die Lektüre der Tageszeitung womöglich verzichten. Auch erwarten immerhin 48 Prozent der Befragten, dass in fünf bis zehn Jahren möglicherweise weniger Zeitungen und Zeitschriften gelesen werden, weil man sich die Informationen aus dem Internet holt. 69 Prozent würden diese Entwicklung nicht begrüßen, 22 Prozent würden sie begrüßen.

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