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28. April 2006 | Allgemeines

„Das Gejammer der Dozenten haben die jungen Leute satt!“

Lebhafte Podiumsrunde „Journalistenausbildung in der Krise?“

In einem waren sich die Teilnehmer der Podiumsdiskussion des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) am 26. April in Berlin einig: Je professioneller die journalistische Ausbildung, umso besser für das Produkt, für die Mediennutzer und damit auch für das Geschäft. „Eine gute Journalistenausbildung ist Voraussetzung für glaubwürdige journalistische Arbeit und sorgt für den Wert der Medien“, sagte BDZV-Präsident Helmut Heinen in der Runde, die unter dem Thema stand „Journalistenausbildung in der Krise?“.

Das Redaktionsvolontariat würdigte er als „bewährten Königsweg zum Beruf“. Selbst in den zurückliegenden schwierigen Jahren hätten die Zeitungen in Deutschland rund 1.000 Volontäre (pro Jahr) ausgebildet, etwa ein Drittel weniger als in früheren Zeiten. Allerdings könnten die Volontäre nicht mehr automatisch damit rechnen, fest angestellt zu werden.

Deutlichen Widerspruch erfuhr der Vorsitzende des DJV, Michael Konken, der einigen Podiumsteilnehmern vorhielt, „Lobhudelei“ zu betreiben. In Wirklichkeit erledigten Volontäre doch zunehmend die Arbeit von Redakteuren, so Konken. Es gebe weit verbreitet keine vernünftige Ausbildung mehr, Volontäre würden als billige Arbeitskräfte in Leiharbeitsfirmen beschäftigt und vielen Verlagen gehe es vor allem um Gewinnmaximierung und nicht um Qualität. Das war dem Chefredakteur der „Westfälischen Rundschau“, Klaus Schrotthofer, zu „ideologisch“, plakativ und dünn argumentiert. Im Übrigen bedauerte Schrotthofer, dass viele der jungen Leute, die sich um ein Volontariat bewerben, „keine Träume mehr haben“ und „sich oft kleiner machen als sie tatsächlich sind“. Dabei lebe doch jede gute Zeitung von einer gehörigen Portion Verrücktheit, Tolldreistigkeit und Fantasie. Als ebenso wichtig wie die professionelle Ausbildung des Nachwuchses bezeichnete er die „Ausbildung der Routiniers“. Die Qualifizierung der gestandenen Redakteure müsse mit Blick auf neue Technologien, veränderte redaktionelle Organisationsformen und andere journalistische Spielarten wie beispielsweise Blogs verstärkt werden.

Helmut Heinen bekräftigte die Notwendigkeit der kontinuierlichen Weiterbildung und verwies auf die mehr als 200 Veranstaltungstage, die die Akademie Berufliche Bildung der deutschen Zeitungsverlage (ABZV) anbiete. Den Ausführungen des DJV-Vorsitzenden hielt er entgegen, dass auf 100 Zeitungsredakteure sieben Volontäre kämen. Deshalb sei es eigentlich unmöglich, dass die Arbeit der Redakteure von Volontären erledigt werde. Gleichwohl herrschte Einigkeit am Podium, dass es leider auch die Fälle gebe, bei denen die journalistische Ausbildung von minderer Qualität ist. Ausgerechnet der jüngste Podiumsteilnehmer appellierte an die Profis in Redaktionen, Journalistenschulen und –akademien, den angehenden Journalisten mehr Mut, Optimismus und Motivation mit auf den Weg zu geben. „Das Gejammer der Dozenten haben die jungen Leute einfach satt“, sagte Sebastian Olényi, Vorstandssprecher der Jugendpresse Deutschland.

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