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21. Dezember 2000 | Namen und Nachrichten

Dänische Studie: TV-Nachrichten oft aus der Zeitung

Immer mehr Dänen halten das Fernsehen für ihre wichtigste Informationsquelle. Doch die Nachrichten, die sie dort sehen, stammen nur in den seltensten Fällen tatsächlich aus den Redaktionsbüros der Fernsehanstalten. Der weitaus größte Teil ist nur eine Wiedergabe des Stoffes, den die Journalisten der Tageszeitungen zuvor recherchiert haben. Das ist, wie die "Frankfurter Rundschau" berichtete, das Ergebnis einer Studie des Instituts für Journalistik an der Universität im dänischen Odense, das den Nachrichtenstrom aller dänischen Medien während einer beliebigen Woche analysiert hatte.

Das Untersuchungs-Resultat weist die dänischen Print-Medien als klar dominierende Nachrichtenquelle aus und den landesweiten TV-Kanälen eine Rolle als Wiederkäuer zu. Von 17.498 Nachrichten, die Journalistik-Studenten in einer ausgewählten Woche im vergangenen Jahr registrierten, waren nur 256, also knapp eineinhalb Prozent, Originalnachrichten der beiden großen Fernsehanstalten. Hingegen waren mehr als 15.000 Meldungen erstmals in den Spalten der Lokal- und Regionalpresse sowie der überregionalen Tageszeitungen zu lesen, wobei die Findigkeit offensichtlich zunimmt, je lokaler das Medium ist.

An die überragende Stellung der Zeitungen bei der Nachrichtenvermittlung kam kein anderes Medium auch nur annähernd heran. Dennoch ist das Bild in der Bevölkerung umgekehrt; 58 Prozent der Befragten gaben an, dass sie die wichtigsten Informationen des Tages aus dem Fernsehen hatten, nur 32 Prozent nannten eine Zeitung. Die Medienkonsumenten schrieben dem Fernsehen sogar Berichte zugute, die dort gar nicht gezeigt wurden. "Die Leute erinnern sich falsch und überschätzen generell das Fernsehen als Nachrichtenvermittler", sagt Anker Brink Lund, der Autor der Studie. Dabei entspreche der gesamte Nachrichten-Ausstoß sämtlicher Fernsehnachrichten nicht einmal der halben Produktion einer durchschnittlichen Morgenzeitung. Dass die elektronischen Medien häufig "vergessen", ihre Quelle zu zitieren, verstärke den falschen Eindruck, wo Nachrichten entstehen.

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