Empfehlen Sie uns weiter
  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Facebook übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Twitter übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Hier können Sie mittels unseres Service-Formular eine Seite empfehlen. Es werden keine persönlichen Daten gespeichert.

06. April 2005 | Digitales

Craigslist und eBay drängen in lokale Märkte

Neue Community-Rubriken-Site „Kijiji“ startet in zwölf deutschen Ballungsräumen

Einen lokalen Marktplatz für kostenlose Kleinanzeigen hat eBay unter dem Namen „Kijiji“ Anfang März 2005 in über 50 Städten weltweit gestartet. Nach dem Vorbild der in den USA immens erfolgreichen Community-Site Craigslist können die Nutzer kostenlos Kleinanzeigen in allen möglichen Bereichen aufgeben und durchsuchen.

Kijiji (ausgesprochen: ki-dschi-dschi) bedeutet „Dorf“ auf Suaheli. In Deutschland werden die Regionen Berlin, Bremen, Dresden, Hamburg, Hannover, Leipzig, München, Nürnberg, Rhein Main, Rhein Neckar, Rhein Ruhr sowie Stuttgart abgebildet. Darüber hinaus gibt es Websites für Städte in Kanada, Frankreich, Italien, China, Japan und Taiwan. „Kijiji ist eine lokale Online-Community, in der man sich rund um seine lokalen Bedürfnisse und Interessen austauschen kann“, so Alex Kazim, Senior Vice President of New Ventures bei eBay.

 

Gestaltung und Konzept von Kijiji sind stark an Craigslist angelehnt. Dabei handelt es sich um einen Online-Kleinanzeigen-Markt, der in San Franzisko gestartet, dann in anderen US-Metropolen eingerichtet wurde und nun auch in Städten mittlerer Größe zu finden ist. Craigslist zeichnet sich durch verschiedene Eigenarten aus: simples, klares Interface ohne Bannerwerbung, ein streng lokaler Charakter - jede Site steht für eine Stadt oder Region, Community-Orientierung mit einer Reihe von Diskussionsforen und in der Regel kostenlose Kleinanzeigen. Ausnahme sind hier bislang nur die Stellenanzeigen und diese auch nur in wenigen größeren Städten: In San Franzisko schlagen sie mit 75 Dollar zu Buche, in New York und Los Angeles mit 25 Dollar. Dennoch ist die Site sehr profitabel und setzte in 2004 bei 14 Mitarbeitern rund zehn Millionen Dollar um. Im August vergangenen Jahres hat eBay einen Anteil von 25 Prozent an Craigslist erworben.

 

Seit Dezember letzten Jahres ist Craigslist auch in Berlin vertreten. Bislang sind keine 1.000 Anzeigen online. Allerdings setzt Craigslist voll und ganz auf Mundpropaganda. In San Franzisko, der Heimat von Craigslist, sind über 16.000 Stellenanzeigen online, 30.000 Immobilienanzeigen und knapp 60.000 Kontaktanzeigen. Laut Jim Townsend von der auf das Rubrikengeschäft spezialisierten Unternehmensberatung Classified Intelligence verlieren Zeitungen allein im Raum San Franzisko jährlich zwischen 50 und 65 Millionen Dollar Umsatz durch fehlende Stellenanzeigen. Näheres zu Craigslist in den USA steht in Ausgabe Nr. 14 des US-Newsletter, den der BDZV zusammen mit emedia sf herausgibt. Mitgliedsverlage können ihn kostenlos bei biallas@bdzv.de anfordern.

 

Quellen: „Financial Times Deutschland“, 11.3.2005, eBay Pressemitteilung, 8.3.2005, Beilage der New York Times in der „Süddeutschen Zeitung“, 7.2.2005; ibusiness, 15.3.2005

zurück