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07. April 2009 | Digitales

Checkliste

Paid-Content-Geschäftsmodelle gewinnen in der Medienbranche angesichts der Wirtschaftkrise an Attraktivität. So forderte Mathias Döpfner im Interview mit dem Spiegel ein Leistungsschutzrecht für die Verlage. Der Springer-Chef sieht die Gefahr, dass sich zu viele Dritt-Anbieter und Suchmaschinen kostenlos an den Inhalten der Verlage bereichern. „Ein gesetzlich zu schaffendes Leistungsschutzrecht muss künftig dafür sorgen, dass die Mehrfachverwertung professionell erstellter Inhalte auch bezahlt wird. Der Copypreis der Zukunft ist das Copyright“, sagte Döpfner dem „Spiegel“. Die Mehrheit der Verlage setzt indes auf kostenlose werbefinanzierte Portale. In der nachfolgenden Checkliste sind mögliche Paid-Content-Refinanzierungsmöglichkeiten aufgelistet:

Abomodell

Der Klassiker ist das Abomodell, das ebenso funktioniert wie ein Zeitungsabonnement: Gegen Zahlung einer Gebühr bekommt man für einen bestimmten Zeitraum Zugang zu einem Nachrichtenportal. Das Problem daran: In der Vergangenheit ist es fast überall gescheitert. Nutzer sind bisher nicht bereit für Inhalte zu zahlen, die sie an anderer Stelle im Netz kostenlos bekommen können. Eine der wenigen Ausnahmen ist das Portal des "Wall Street Journal“ (WSJ). "New York Times"-Chefredakteur Bill Keller vermutet jedoch, dass die Zeitung nur deshalb daran festhält, weil Abonnenten der Printausgabe freien Zugang zum kostenpflichtigen Bereich des Portals haben. Würde dieser Bereich allen Usern zugänglich sein, könne es zu Kündigungen der Printabos kommen.

Micropayment

In der Diskussion ist ebenfalls Micropayment, bei dem pro Artikel ein geringer Cent-Betrag fällig wird. Ein System, bei dem man nur für das zahlt, was man liest. Es funktioniert wie beim Apple-Online-Musikshop iTunes. Doch ob sich der Erfolg des Apple-Modells bei Nachrichtenportalen wiederholen ließe, ist fraglich. Er beruht auch darauf, dass kaum legale Alternativen existieren. Kostenlose Nachrichtenangebote, deren Nutzung nicht gleich eine Anzeige wegen Piraterie nach sich zieht, gibt es jedoch in Hülle und Fülle.

Copyright-Gebühren

Christoph Keese, Konzerngeschäftsführer Public Affairs von Axel-Springer, sieht ein Problem darin, dass der Schutz des geistigen Eigentums im Internet nur schwach ausgebildet ist. Presseverlage hätten kein eigenes Leistungsschutzrecht, anders als zum Beispiel Großbritannien. Filmproduzenten, Musikfirmen, Konzertveranstalter und sogar Datenbankanbieter hätten ein eigenes Leistungsschutzrecht. Denkbar wäre, dass eine Verwertungsgesellschaft gegründet wird, die sich nach dem Vorbild der Gema für den Schutz des geistigen Eigentums einsetzt. Konkrete Pläne gibt es bislang aber noch nicht.

Gebühren für mobile Ausgaben

Zeitungen wie die "New York Times" bieten ihre Inhalte schon heute auf mobile Lesegeräte wie der Amazon Kindle gegen Gebühr an und erzielen damit, so Chefredakteur Bill Keller, "einen bescheidenen Betrag".

Shareware-Modell

Nutzer sollen für digitale Inhalte ganz von sich aus und freiwillig für das zahlen, was sie als nützlich und erhaltenswert empfinden. So setzt Blogger Basic bei den Bezahlinhalten seines geplanten Nachrichtenportals auf freiwillige Zahlungsbereitschaft der Nutzer. Medienwissenschaftler Meyer-Lucht propagiert das Bezahlmodell des US-Start-ups Kachingle: Der User zahlt freiwillig eine Summe pro Monat, die von Kachingle entsprechend seinem von der Firma gemessenen Nutzungsverhalten oder aber nach einem von ihm selbst festgelegten Schlüssel an Inhalteanbieter weitergereicht wird.

Quelle: welt.de, Horizont, politik & kommunikation, pressetext.de, spiegel.de

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