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03. April 2003 | Digitales

CeBIT: Siemens und Philips mit „elektronischem Papier“

„Rhein-Zeitung“: E-Paper auf Tablet-PC und PDA / Microsoft entwickelt „E-Periodical“

Die Vision eines Bildschirms, der die Auflösung und die haptischen Eigenschaften von bedrucktem Papier mit sich bringt, nimmt immer konkretere Formen an. Neben den bereits etablierten Anbietern „E Ink“ und „Gyricon“ entwickelt nun auch Siemens mit „Epyrus“ ein so genanntes elektronisches Papier.

Auf der CeBIT stellte Siemens zwei Muster vor: Zum einen wurde ein zehn mal zehn Zentimeter großes, weniger als einen halben Millimeter dickes Display gezeigt, das in einen zigarrenförmigen Stift aufrollbar ist. Auf dem Gerät ist die Oberfläche eines Organizers mit E-Mail- und Kalenderfunktion fest installiert. In blauer Schrift auf hellem Grund erscheinen abwechselnd eine Nachricht und ein Eintrag in den täglichen Zeitplan. Auf dem anderen Modell in DIN-A-4-Größe erscheinen Abbilder von Zeitungsseiten mit Nachrichten und Anzeigen.

 

Die Siemens-Technologie beruht auf elektrochromen Molekülen, die ihre Farbe verändern, wenn eine elektrische Spannung angelegt wird. Bisher kann das Display nur zeilenweise angesteuert werden. Um beliebige Bilder darstellen zu können, müssen die Moleküle in eine Matrix überführt werden, so dass jeder einzelne Bildpunkt separat angesteuert werden kann. Laut Siemens sind solche Displays mit einfachen Drucktechniken und damit kostengünstig herzustellen. Mit marktreifen Geräten rechnet das Unternehmen in vier bis fünf Jahren.

 

Auch E Ink 2004 marktreif

 

Auch E Ink war mit seinem neuesten Prototyp auf dem Stand seines Partners Philips vertreten. E Ink will bereits 2004 erste Produkte auf den Markt bringen. Auf der CeBIT zeigten sie ein Gerät, das aus zwei festen, aufklappbaren Buchdeckeln bestand und auf dessen E Ink-Seiten nacheinander ein Kapitel des „Zauberers von Oz“ erschien. Bei Philips besteht das Material aus einer millimeterdünnen Folie, in die Millionen winzig kleine schwarz-weiße Kügelchen eingebettet sind. Durch Anlegen einer elektrischen Spannung richten sich diese Kügelchen aus und es erscheint ein entsprechendes Schwarz-Weiß-Bild.

 

Der dritte Anbieter von elektronischem Papier, die Xerox-Tochter Gyricon Media, bietet bereits Geräte als Werbeflächen oder digitale Preisschilder für Supermärkte an.

 

E-Paper auf mobilen Endgeräten

 

Dank solcher neuen platz- und stromsparenden Technologien werden mobile Endgeräte wie Handys, PDA’s und Tablet-PCs in Zukunft kleiner und handlicher, aber dennoch über relativ große, weil ausroll- oder ausklappbare Bildschirme verfügen. Welche Anwendungen auf solchen Endgeräten genutzt werden können, zeigte die „Rhein-Zeitung“, Koblenz, auf der CeBIT. Dort wurden ein Tablet-PC und das neueste Smart-Phone von Sony/Ericsson – eine Kombination aus Handy und Personel Digital Assistant (PDA) – gezeigt, auf denen die bekannte E-Paper-Lösung der Rhein-Zeitung mit allen Funktionalitäten verfügbar ist.

 

Seitdem die IVW zum Jahresbeginn 2003 E-Paper-Ausgaben zur Printausgabe zählt, kündigen immer mehr Verlage eigene E-Paper-Angebote an. Neben der „Rhein-Zeitung“ (Koblenz) haben sich auch die Münchner „Abendzeitung“ und die „Sächsische Zeitung“, Dresden, für das erste Quartal zur IVW-Ausweisung angemeldet. Seit Mitte März bietet ebenfalls der „Tagesspiegel“, Berlin, E-Paper an. Ab drei Uhr nachts kann die aktuelle Ausgabe abgerufen werden. Eine werktägliche Ausgabe kostet 40 Cent, die Samstagsausgabe 50 und die Sonntagsausgabe 60 Cent. Abgerechnet wird mit dem „Click-and-buy“-System der Firma Firstgate. Bisher ist nur Einzelverkauf möglich, an der technischen Umsetzung von Abonnement-Modellen wird gearbeitet.

 

Auch die „Augsburger Allgemeine“ will Mitte des Jahres ein „E-Paper“ anbieten. Geplant sind ein reines Online-Abonnement sowie ein Kombi-Angebot aus gedruckter und elektronischer Ausgabe. Die Technik stammt von der Firma Digital Collections Verlagsgesellschaft aus Hamburg, die bereits das Archivsystem für die „Augsburger Allgemeine“ realisiert hat.

 

Microsoft: „E-Periodicals“ für Tablet-PC

 

Microsoft sieht ebenfalls in digitalen Zeitschriften für mobile Endgeräte einen Markt. Unter dem Namen „E-Periodical“ entwickelt Microsoft seit einem Jahr mit internationalen Medien-Partnern wie „WirtschaftsWoche“, „Financial Times“, „Forbes“ und „The New Yorker“ ein digitales Zeitschriftenformat. In Deutschland sollen Besitzer eines Tablet-PC vom Sommer an eine elektronische Ausgabe der „WirtschaftsWoche“ ab dem Erstverkaufstag der Printausgabe über das Internet herunterladen können. „Die Digitalversion wird so originalgetreu wie möglich sein und über nützliche Zusatzfunktionen verfügen“, so die europäische Projektleiterin Dominique Lempereur-Babeanu. So dient der Navigierstift, mit dem der berührungssensitive Tablet-PC bedient wird, auf Knopfdruck als Textmarker oder als Schreibutensil zum handschriftlichen Hinzufügen von Notizen. Mit der Rückseite des Navigierstiftes können diese auch wieder „wegradiert“ werden. Artikel oder Teile von Artikeln können mit Markierungen und Notizen per E-Mail verschickt werden.

 

Die Akzeptanz der „E-Periodicals“ hängt für Microsoft-Forscher Bill Hill, einem ehemaligen Redakteur der Tageszeitung „The Scotsman“, von zwei Faktoren ab: der Qualität des Inhalts und der guten Lesbarkeit. Zum Letzteren hat Microsoft „Cleartype“ entwickelt, das in Windows-Betriebssystem Windows XP bereits integriert ist und Buchstaben dreimal so klar erscheinen lässt wie auf herkömmlichen Displays.

 

Quellen: Pressemeldung Siemens vom 6.3.03, WirtschaftsWoche vom 6.2.03

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