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18. Dezember 2001 | Allgemeines

Bundespräsident Rau beim Festakt Dietrich Oppenberg-Medienpreis der Stiftung Lesen

Plädoyer fürs Lesen und Schreiben im Berliner „Haus der Presse“

Beim Lesen, Schreiben und Rechnen belegen deutsche Schülerinnen und Schüler im internationalen Vergleich nur einen Platz im unteren Mittelfeld, wie die vor kurzem veröffentlichte Pisa-Studie zeigt. „Das Thema bewegt viele“, bestätigte Bundespräsident Johannes Rau in seiner Rede anlässlich der ersten Verleihung des Dietrich Oppenberg-Medienpreises am 14. Dezember 2001 im Berliner „Haus der Presse“.

Zu viele Kinder und Jugendliche in Deutschland könnten offensichtlich nicht richtig lesen und schreiben, bedauerte der Bundespräsident. Das sei ein „Problem ersten Ranges. Wir sollten mithelfen, es zu reduzieren.“ Mit launigen Worten erinnerte Rau daran, seine berufliche Laufbahn einst selbst als Journalist begonnen zu haben, und zitierte in diesem Zusammenhang einen Vers aus dem Gesangbuch: „Tilge meine Jugendsünden.“ Auch habe er selbst für seine Artikel leider nie einen Preis bekommen und sei deshalb in das Amt des Bundespräsidenten ausgewichen. Gleichzeitig machte Rau aber auch seine tiefe persönliche Verbundenheit zu dem Namensgeber des Preises, dem verstorbenen Herausgeber der „Neuen Rhein/Ruhr Zeitung“, Dietrich Oppenberg, deutlich.

 

BDZV-Präsident Helmut Heinen wies anlässlich der Feierstunde, zu der die Stiftung Lesen gemeinsam mit dem BDZV eingeladen hatte, darauf hin, dass die Tageszeitungen trotz der Konkurrenz von Fernsehen, Radio oder Kino mehr als 50 Prozent der 14- bis 19-Jährigen erreichten. Gleichwohl habe dieser beachtliche Wert auch eine Kehrseite. Im Langzeitvergleich sei nämlich zu beobachten, dass Jugendliche und junge Leute im Durchschnitt eher weniger zum gedruckten Wort greifen. Auch läsen sie anders als noch vor zehn oder 20 Jahren. So sei bei der kindlichen Lektüre heute ein „Hopping“ und „Zapping“ ebenso zu beobachten wie beim Fernsehen. Hier würden die Zeitungen mit Leseförderungsmaßnahmen, Jugendseiten und Jugendforen gegensteuern. Allerdings seien dies nur flankierende Maßnahmen. Am wichtigsten sei das Vorbild der Eltern und die Sozialisation zum Lesen in der Familie. Politik, Schule, Medien und Elternhaus seien nun aufgerufen, Entwicklungen, wie sie die Pisa-Studie dokumentiere, entgegenzuwirken.

 

Der Vorstandvorsitzende der Stiftung Lesen, Georg Ruppelt, erklärte mit Blick auf die Pisa-Studie, dass die Schieflage der Bildung in Deutschland weder überraschend noch neu sei. Seit Jahren versuche die Stiftung Lesen alles, um Politik und Öffentlichkeit aufzurütteln. Ruppelt verwies in diesem Zusammenhang auf sekundären Analphabetismus, Sprachstörungen im Vorschulalter und Auszubildende, die abgelehnt würden, weil sie weder lesen, noch schreiben oder rechnen könnten. Die Stiftung Lesen habe hier zahlreiche Hilfsangebote entwickelt, die es gelte, verstärkt einzusetzen.

 

Die ersten Preisträger des mit insgesamt 10.000 Mark ausgestatteten Dietrich Oppenberg-Medienpreises der Stiftung Lesen für junge Journalisten sind: Annika Völk und Bernhard Hügler von der „Südwest Presse“ in Ulm; Platz zwei ging an Susanne Leinemann („Die Welt“, Berlin); den dritten Preis erhielt Barbara Hübner für einen Artikel in der „Berliner Zeitung“; außerdem wurde an Mithu M. Sanyal (Düsseldorf) ein Sonderpreis vergeben für ein im WDR5 gesendetes Radiofeature zur Kulturgeschichte des Alphabets.

 

Im Jahr 2002 wird der Dietrich Oppenberg-Medienpreis der Stiftung Lesen für junge Journalisten wieder ausgeschrieben. Gewürdigt werden „herausragende journalistische Beiträge“, die sich „gezielt mit dem Lesen in der modernen Informations- und Wissensgesellschaft und der Entwicklung von Medienkompetenz auseinandersetzen“. Durch den Preis soll das öffentliche Bewusstsein über die Bedeutung des Themas gefördert werden, das wie kaum ein anderes auch die Grundlagen journalistischer Tätigkeit berührt. Benannt ist der mit insgesamt 10.000 Mark dotierte Preis nach dem im Februar 2000 verstorbenen Publizisten Dietrich Oppenberg. Bewerben können sich Journalisten, die nicht älter als 35 Jahre sind, mit maximal drei Beiträgen, die zwischen dem 1. Januar 2001 und dem 31. Januar 2002 in einem Print- oder Onlinemedium veröffentlicht wurden. Kontakt: Stiftung Lesen, Fischtorplatz 23, 55116 Main, Telefon 06131/288900, E-Mail office@stiftunglesen.de.

 

Internet: www.stiftunglesen.de

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