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23. November 2000 | Allgemeines

Bundeskanzler Schröder: Tendenzschutz wird nicht angetastet

Zeitschriftenverleger ziehen positive Bilanz

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat beim Jahreskongress des Bundesverbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) am 16. November 2000 in Berlin noch einmal versichert, dass bei der Novellierung des Betriebsverfassungsgesetzes der Tendenzschutz in seiner bestehenden Fassung nicht angetastet werde. Diese Zusage hatte er zuvor bereits dem Präsidium des BDZV gegeben. Ferner sagte der Kanzler, dass er sich für eine Internationalisierung der Märkte und der Arbeitswelt einsetzen werde. Abschottung sei falsch - insbesondere im Hinblick auf eine bereits heute so stark globalisierte Branche wie die Kommunikation.

Die Verleger von Publikumszeitschriften haben in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres 5,7 Milliarden Mark mit Anzeigen und Werbung umgesetzt. Bis Ende des Jahres dürften es acht Milliarden Mark werden; das wäre ein Plus von elf Prozent (1999: sieben Prozent). Spitzenreiter sind die Wirtschaftsmagazine mit einem Plus von 57 Prozent, berichtete der Vorsitzende des Fachverbands Publikumszeitschriften im VDZ, Karl Dietrich Seikel. Auch die Computer-Magazine hätten den Anzeigenumsatz um fast 30 Prozent steigern können. Da sich die Kosten nur moderat erhöht hätten, dürften die Ergebnisse ebenfalls deutlich höher ausfallen als 1999. Für 2001 gab Seikel eine "sehr positive Prognose" ab.

VDZ-Präsident Hubert Burda bewertete die Zukunft der Zeitschriften gleichfalls als rosig. "Die Medien sind der Motor der Wirtschaft geworden, wir schaffen die neuen Arbeitsplätze, wir sind die Jobmaschine", resümierte Burda und forderte die Branche dazu auf, das Internet noch stärker in die Geschäfte zu integrieren: "Nur wenn wir das Internet umarmen, werden wir eine Zukunft haben", warnte er. Es gelte, ein funktionierendes Basis-Geschäft im Print-Bereich sinnvoll mit der Online-Branche zu verknüpfen. Dabei seien bei dem unüberschaubaren Informationsangebot zunehmend drei Dinge entscheidend: Kompetenz, Glaubwürdigkeit und Inhalte. Mit diesen Pfunden der Printbranche gelt es zu wuchern. Aus der Sicht des Verbandspräsidenten stellt das Internet die Printmedien vor eine historische Herausforderung: "Das alte Geschäftsmodell, nach dem wir Geld bekommen für das, was wir anbieten, ist vorbei", erklärte Burda. Für Zeitschriften und Zeitungen stelle sich die Frage, wie sie für ihr kostenloses Online-Angebot in Zukunft Geld bekommen könnten. Vor allem im Anzeigengeschäft sollten sich die Verleger auf neue Geschäftsmodelle einstellen. Burda empfahl ein dreistufiges Modell: Wenig oder keine Bezahlung für ein Werbebanner auf Internet-Seiten; ein System von Gutscheinen und Rabattpunkten, wenn die Internet-Seite eines Werbepartners angeklickt wird; und eine Gebühr, wenn darüber dann konkrete Geschäfte abgewickelt würden.

Eine positive Bilanz ziehen auch die Verleger von Fachpublikationen: Mit einem Jahresumsatz von 4,5 Milliarden Mark hätten die Verlage von Fachzeitschriften 1999 allerdings nur vier Prozent ihres Umsatzes mit elektronischen Produkten einschließlich Internet erwirtschaftet. Dies belege, dass der Printumsatz nach wie vor die größte Einnahmebasis darstellt, sagte Uwe Hoch, Vorstand für Fachmedien im VDZ.

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