Empfehlen Sie uns weiter
  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Facebook übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Twitter übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Hier können Sie mittels unseres Service-Formular eine Seite empfehlen. Es werden keine persönlichen Daten gespeichert.

12. Juni 1998 | Veranstaltungen

Boris Jelzin fordert Pressefreiheit beim IPI-Kongreß

Der russische Präsident Boris Jelzin hat anläßlich des Kongresses des Internationalen Presse Instituts (IPI), der Ende Mai erstmals in Moskau stattfand, zur weltweiten Verteidigung der Pressefreiheit aufgerufen. "Es ist unsere Pflicht, die freie Presse überall auf der Welt zu stärken", sagte er. Die Abhängigkeit der Medien von privatem Kapital sei ein globales Problem. In Rußland seien nur wenige Medien wirklich unabhängig, kritisierte der Staatschef. Private Medienbesitzer verhielten sich oft "wie die schlimmsten Zensoren". Die Veranstaltung des IPI-Kongresses in Moskau, an dem 765 Medienvertreter aus 93 Ländern teilnahmen, wertete Boris Jelzin als ein Zeichen dafür, daß "Rußland ein demokratisches Land" sei, in dem es weder Zensur noch ideologisches Diktat gebe. Gleichzeitig berichtete die "tageszeitung", Berlin, allerdings aus Moskau, daß der russische Präsident Rußlands Rundfunksender aufgefordert habe, im Fernsehen die Staatspolitik zu vertreten. Bei einem Treffen mit den Chefs der größten Fernsehanstalten habe Jelzin sich aber beeilt hinzuzufügen, daß die Rundfunkfreiheit nicht angetastet werden solle. Hintergrund der Ausführungen des Präsidenten ist die scharfe Debatte über den Einfluß von Finanzmagnaten und Regierung auf die russischen Medien, die bereits zwei Jahre vor den Präsidentenwahlen in Rußland voll entbrannt ist. Verleger, Chefredakteure und Journalisten warnten anläßlich des dreitägigen IPI-Kongresses davor, daß sich politische und finanzielle Interessengruppen bereits Sprachrohre für den Wahlkampf sichern wollten.

zurück