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07. Oktober 2003 | Allgemeines

„Bild“ durfte schockierendes Foto zeigen

Presserat weist Beschwerden über die Abbildung eines abgetrennten Kopfes zurück

Ein schockierendes Foto aus dem Krieg in Liberia ist nach Ansicht des Deutschen Presserats zu Recht in der „Bild“-Zeitung veröffentlich worden. Wie das Selbstkontrollorgan am 17. September 2003 in Bonn mitteilte, wurden Beschwerden von Lesern gegen die Veröffentlichung des Bildes zurückgewiesen.

Der Beschwerdeausschuss vertrat die Auffassung, dass das Foto, auf dem ein Soldat einen abgetrennten, noch blutenden Kopf in den Händen hält, „in erster Linie Informationsträger und authentisches Dokument der Zeitgeschichte“ war. Der „schockierende Inhalt kann aus Sicht des Ausschusses bei Lesern erhöhte Aufmerksamkeit für Krieg und Gräuel wecken“, erklärte dazu der Presserat. Eine der zentralen Aufgaben der Presse sei die Berichterstattung über tatsächliche Geschehnisse in der Welt. „Dazu zählen auch reale Schrecken eines grausamen Krieges.“

 

Der Beschwerdeausschuss sprach in seiner turnusmäßigen Sitzung sieben Rügen, acht Missbilligungen und einen Hinweis aus. Darin ging es unter anderem um mangelnde Zurückhaltung bei der Berichterstattung über Selbsttötungen, fehlende Achtung für die Intimsphäre und diskriminierende Berichterstattung. Eine der Missbilligungen, die eine schwächere Sanktion als die Rüge darstellt, ging an „eine große Wochenzeitschrift“ aus Hamburg wegen des „unangemessen sensationellen“ Beitrags „Der Kannibale“. Hier führte die detaillierte Schilderung der „Zubereitung und des Essens von Körperteilen“ nach Meinung des Ausschusses „über ein begründbares Informationsinteresse der Öffentlichkeit deutlich hinaus“.

 

Internet: www.presserat.de

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