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13. Januar 2003 | Ausland

Bilanz zur Pressefreiheit

Die Medien und mit ihnen die Pressefreiheit standen auch im vergangenen Jahr weltweit unter massivem Druck. Nach einer am 6. Januar 2003 vorgelegten Bilanz der internationalen Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen (RoG) wurden im Jahr 2002 25 Journalisten wegen ihrer Berichterstattung oder wegen missliebiger Recherchen und Berichte ermordet. Die Umstände und Motive von weiteren 30 Todesfällen werden zurzeit noch von der internationalen Menschenrechtsorganisation untersucht. Im Vergleich zum Vorjahr (31 Tote) wurden 2002 zwar weniger Reporter ums Leben gebracht, die Gewalt gegenüber Journalisten habe jedoch gravierend zugenommen, heißt es bei RoG. Drastisch stieg etwa die Zahl der Medienvertreter, die im vergangenen Jahr bedroht oder schikaniert wurden. 1.420 Übergriffe wurden 2002 registriert. Damit hat sich im Vergleich zu 716 Vorfällen im Jahr 2001 diese Zahl nahezu verdoppelt. Auch die Zahl der Journalistinnen und Journalisten, die vorübergehend festgenommen, verhört oder entführt wurden, liegt um 40 Prozent höher als 2001. 692 Journalisten saßen im Jahr 2002 zeitweilig hinter Gittern. 389 Mal wurden Medien zensiert. Laut RoG blieb das Ausmaß der Zensur 2002 damit unverändert hoch. Auch wurden die Arbeitsbedingungen von Reporterinnen und Reportern aufgrund internationaler Spannungen und Konflikte erheblich erschwert. So habe sich in einer Reihe von Staaten und Konfliktregionen wie beispielsweise in Bangladesch, Eritrea, Haiti, Nepal und Simbabwe die Lage der Pressefreiheit 2002 weiterhin verschärft, kritisiert RoG.

 

Das New Yorker Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) hat am 3. Januar 2003 von weltweit 19 bei der Ausübung ihrer Tätigkeit getöteten Journalisten berichtet. Nach Angaben der Organisation handelt es sich dabei und die niedrigste Zahl seit 1985, als die Gruppe ihre Nachforschungen aufnahm. CPJ hält es für möglich, dass weniger Kriegsschauplätze und die erhöhte Vorsicht der Journalisten nach dem gewaltsamen Tod des „Wall Street Journal“-Reporters Daniel Pearl in Pakistan zur relativ niedrigen Zahl ums Leben gekommener Journalisten 2002 beigetragen haben. So hätten mindestens vier Berichterstatter in Venezuela und im Nahen Osten Angriffe überlebt, weil sie kugelsichere Westen trugen, heißt es im Bericht der Organisation. Als gefährlichste Länder wurden Russland, Kolumbien und die palästinensischen Gebiete mit jeweils drei Todesopfern genannt.

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