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06. November 2008 | Allgemeines

Bewegte Bilder – Immer mehr Zeitungswebsites bringen auch Videos

Kontroverse Diskussion über die richtigen Inhalte und Formate fürs Netz

Braucht der Onlineauftritt einer Zeitung un¬bedingt Videos? Und wie sollten die ausse¬hen? Mit welchen Inhalten können Zeitungen bei ihren Lesern mobil punkten? Geht Schnelligkeit vor Qualität? Um Fragen wie diese drehte sich das Panel „Local Heroes – innovatives Web-TV, neue mobile Zeitungs¬welten“, das BDZV und Verband Bayerischer Zeitungsverleger (VBZV) im Anschluss an den Printgipfel bei den Medientagen München veranstalteten.

Podium 904 2008 1225386728Über 70 Prozent der deutschen Verlage zeigen derzeit bewegte Bilder im Netz. Doch die Auffas­sung über Nutzen, Anspruch und Qualität unter­scheidet sich je nach Unternehmen ganz be­trächtlich, wie sich in der von Annette Milz („Me­diumMagazin“, Frankfurt am Main) moderierten, kontroversen Diskussion zeigte. „Videos sind nice to have, aber kein must“, stellte etwa Hans-Jür­gen Jakobs, Chefredakteur von sueddeutsche.de, gleich zu Beginn fest. Die meisten Nutzer von Zeitungswebsites säßen im Büro, die Abrufzahlen für Videos seien schwach. Sinnvoll sei der Ein­satz von Videos bei Themen, wo die „Kernleis­tung der Zeitung erweitert wird. Aber wir verheben uns, wenn wir RTL kopieren wollen.“ Videos ins Netz zu stellen, die wenig mit der eigenen Marke zu tun hätten, sei ein Irrweg. Sie raubten Energie und seien schon allein wegen der enormen Ser­verkosten ökonomisch unsinnig.

 

Das stieß auf entschiedenen Widerspruch von Silke Springensguth, Geschäftsführerin DuMont Net (Köln). Videos dürften nicht, wie zuvor angeregt, „Interviews abfilmen, das sei langweilig. Sie müssten vielmehr kurz und prägnant das darstel­len, „was man im Schriftbereich nicht rüberbrin­gen kann“. Auch halte sie es für falsch, klare Formate einzurichten wie beim Fernsehen. Viel­mehr müssten die Nutzer ihre Infos dann vorfin­den, wenn sie sie haben möchten. „Wir können nicht, was wir im Verlag gelernt haben, ins Inter­net bringen“, warnte Springensguth. „Das Nutzer­verhalten hat sich geändert. Die jungen Leute wollen Bilder, weil das unterhaltsamer ist als le­sen.“

Zuschauer, Panel 9.4,
Local Heroes – innovatives WebTV und neue mobile Zeitungswelten,

Medientage Muenchen 29.-31. Oktober 2008,
Werbewelt im Wandel -  Wert und Wirksamkeit in der digitalen Medienflut,
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[                      © (c) Uwe Voelkner / FOX                       
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Nutzung honorarpflichtig gem. gueltiger  MFM-Liste]Zuschauer, Panel 9.4, Local Heroes – innovatives WebTV und neue mobile Zeitungswelten, Medientage Muenchen 29.-31. Oktober 2008, Werbewelt im Wandel - Wert und Wirksamkeit in der digitalen Medienflut, ------------------------------------------------ [ © (c) Uwe Voelkner / FOX F o t o a g e n t u r F O X info@fotoagentur-fox.de Tel: 02266 - 9019 210 Vanitiy: 0700-FotoFoto Mobil: 0171 - 5483 127 Frielinghausen 69 D-51789 Lindlar / Koeln B a n k v e r b i n d u n g Kto 7004 78 102 P o s t b a n k B e r l i n BLZ 100 100 10 Steuernummer: 221/5125/0967 Finanzamt Wipperfuerth USt-IdNr. : DE182602653 Nutzung honorarpflichtig gem. gueltiger MFM-Liste]Schützenhilfe erhielt sie von Robert Bosch, Ma­naging Director Crossmedia Sales bei Axel Springer (Berlin/Hamburg), der den von Springer beförderten User Generated Content propagierte. „Allein im letzten Jahr haben uns die Leser 16.000 Fotos abgegeben.“ Darunter habe sich auch das die Aufnahme eines gerade eben ab­gewendeten Flugzeugunglücks befunden, die es bis in die Fernsehnachrichten schaffte und millio­nenfach angeklickt wurde. „Die Leservideos sind für uns eine ganz wichtige Informationsquelle“, sagte Bosch. Das sei durchaus legitim, erwiderte Jakobs, doch zu unterschiedlichen Marken ge­hörten eben auch unterschiedliche Nachrichten. „Klicks sind nur ein Anhaltspunkt, was ankommt. Wir dürfen aber nicht das Gefühl dafür verlieren, was aus objektiven Gründen wichtig ist, sonst würden Simbabwe oder Südafrika in den Nach­richten zum Beispiel überhaupt nicht vorkom­men.“ Jakobs‘ Überzeugung: „Das Portal mit der höchsten Reichweite wäre eine Unfallwebsite!“

milz 904 2008 1225386637 minEine klare Vorstellung vom Sinn der Videos im Internet hatte auch Sonja Ettengruber, Gesamt­leitung idowa.de Mediendienste bei der Zeitungs­gruppe „Straubinger Tagblatt“/ „Landshuter Zei­tung“. Die Leser erwarteten von dem lokalen Auf­tritt der Zeitung, dass er ihre Lebenssituation wi­derspiegelt, war Ettengruber überzeugt. Dazu gehörten Fotos von Versammlungen und Ver­anstaltungen in der Region ebenso wie Partner­suche oder andere Dienstleistungen, die nur lokal funktionierten. „Wir sehen darin, crossmedial eingesetzt, ein großes Wachstumspotenzial.“ Dies Wachstumspotenzial habe im Übrigen auch die Wahrnehmung ihrer Abteilung im Verlag ver­ändert. Hätten sie und ihre Mitarbeiter vor Jahren noch als „die Spinner“ gegolten, würden sie mitt­lerweile ernst genommen, „weil man erkannt hat, dass die Abteilung wichtig ist für die Zukunft“.

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