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19. März 2014 | Allgemeines

Beschwerden beim Werberat nehmen deutlich zu

Frauendiskriminierende Werbung bleibt Hauptkritikpunkt

Mehr Beschwerden, mehr kritisierte Werbe-kampagnen, mehr Proteste von Frauen: Dies ist die Bilanz des Deutschen Werberats für das vergangene Jahr, die am 27. Februar 2014 in Berlin vorgestellt wurde. Danach haben sich 1.350 Personen und Organisationen mit Beschwerden über 522 Werbeaktivitäten an die Selbstregulierungsinstanz gewandt. Im Fokus stand erneut das Frauenbild in der Werbung.

Nur einmal gingen in der 42-jährigen Ge­schichte des Werberats mehr Beschwerden ein (2001); damals waren es knapp 2.000. Rund ein Drittel der letztjährigen Eingaben richteten sich gegen zwei Unternehmen. Beide sind vom Wer­berat öffentlich gerügt worden – „allerdings nicht wegen der Vielzahl der Beschwerden, sondern weil sich beide zunächst uneinsichtig zeigten und ihre Werbung nicht zurückziehen oder ändern wollten“, so der Verband.

Unter den Kritikern der Werbeaktivitäten domi­nierten 2013 deutlich die Frauen mit 906 Einga­ben vor den Männern mit 391. Weitere 26 Einga­ben kamen von Frauenrechtsorganisationen und kommunalen Gleichstellungsbeauftragten, 27 von Vertretern anderer Organisationen. Einen deutli­chen Anstieg verzeichnete der Werberat bei kon­zertierten Beschwerdeaktionen, zum Beispiel durch Aufrufe in Internet-Foren.

Von den insgesamt 522 kritisierten Werbeakti­vitäten wurden 340 intensiver geprüft. In 182 Fällen sah sich das Gremium nicht zuständig, beispielsweise bei irreführender Werbung. In 249 Fällen wurden die Beschwerden gegen die Wer­bung nach eingehender Auseinandersetzung als unbegründet zurückgewiesen, „da teilweise deut­lich überzogene Proteste vorlagen“; bei 91 Sujets schloss sich der Werberat der Kritik aus der Be­völkerung an. In knapp 90 Prozent dieser Fälle änderten die kritisierten Firmen die Motive oder nahmen die Werbung aus dem Markt. Bei elf Firmen musste der Werberat jedoch „aufgrund von Uneinsichtigkeit“ zu seiner schärfsten Sank­tion greifen: der öffentlichen Rüge.

Plakate, TV-Spots und Online-Werbung im Fokus der Kritiker

Plakatwerbung (95 Sujets) und TV-Spots (88 Fälle) waren am meisten von Kritik betroffen, mit deutlichem Abstand vor Internetwerbung (47), Anzeigen (29), Prospekten (20), Fahrzeugwer­bung (13) und Radio-Spots (12). Die übrigen Mediengruppen lagen im einstelligen Bereich. Nach Branchen gab es zur Eigenwerbung der Medien und zur Lebensmittelwerbung die meis­ten Eingaben (29), es folgten die Bereiche Be­kleidung sowie sonstige Dienstleistungen (jeweils 25 Sujets), Kfz inklusive Zubehör (21) und Möbel beziehungsweise Inneneinrichtung (16). Wie seit der Gründung des Werberats 1972 gab es die meisten Eingaben gegen Werbung, in der Frauen herabgewürdigt und diskriminiert wurden (154 von 340 Fällen).

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