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19. April 2013 | Allgemeines

Beschwerdeflut beim Werberat

Sechs öffentliche Rügen wegen frauendiskriminierender Werbung / Bürger immer kritischer

Die Bürger begleiten die kommerzielle Werbung in Deutschland immer kritischer. Das geht aus der Arbeitsbilanz des Deutschen Werberats hervor, die Ende März 2013 in Berlin vorgestellt wurde. Danach wandten sich im vergangenen Jahr 915 Konsumenten mit Beschwerden über 479 Werbeaktivitäten an das Selbstkontrollgremium. Die Motive der Proteste reichten von vermuteten Rechtsverstößen bis hin zu sozial motivierten Gründen wie beispielsweise unterstellter Diskriminierung von Menschen, Gewaltverherrlichung oder Gefährdung von Kindern oder Jugendlichen.

Knapp die Hälfte der von Kritik betroffenen Werbekampagnen (174) fiel jedoch gar nicht in den Kompetenzbereich des Werberats. So ist das Gremium nach eigenen Angaben nicht für angenommene Rechtsverstöße zuständig: Diese werden laut Werberat direkt an die Staatsanwaltschaft oder die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs weitergeleitet. "Auch dürfen Firmen den Werberat nicht für Werbestreitigkeiten mit Konkurrenten benutzen", erläuterte der Vorsitzende des Gremiums, Hans-Henning Wiegmann.
Insgesamt lagen den Werbewächtern 305 Kampagnen zur Entscheidung vor, ein Zuwachs von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr (262). In 233 Fällen kam es zu einem Freispruch der Unternehmen. "Dieses Urteil erfolgt dann, wenn sich nach Abwägung der Umstände des Einzelfalls der kritische Einwand des Beschwerdeführers als nicht tragfähig für eine Beanstandung erweist", erklärte Werberats-Sprecher Volker Nickel. So protestierte beispielsweise ein Bürger gegen den Ausdruck "Versicherungs-Chinesisch" in der Plakatwerbung einer Versicherungsfirma. Seiner Meinung nach sei dies "Rassismus gegenüber der chinesischen Kultur".
Bei 72 Werbekampagnen teilte der Werberat jedoch die Haltung der Beschwerdeführer und sprach sechs Rügen aus - immer wegen frauenherabwürdigender Werbeformen. Frauendiskriminierung war auch einmal mehr der Hauptbeschwerdegrund der Konsumenten. 112 Unternehmen, und damit über ein Drittel (37 Prozent; Vorjahr: 34 Prozent), sahen sich laut Werberat dem Vorwurf gegenüber, ihr Werbesujet beleidige das weibliche Geschlecht. Mit Abstand folgten: Diskriminierung von Personengruppen (29 Kampagnen / 10 Prozent), Gewaltverherrlichung (27 / 9 Prozent), Gefährdung von Kindern und Jugendlichen, Verstoß gegen moralische Mindestanforderungen, Rassendiskriminierung, unzuträgliche Sprache in der Werbung.

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