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16. Juli 1999 | Allgemeines

Belastung für Zeitungsverlage wird durch Urlaubszeit noch größer

630-Mark-Gesetz verursacht ernorme Probleme bei Organisation der Zustellung

Die Folgen des 630-Mark-Gesetzes werden für die Zeitungsunternehmen zu einer immer größeren Belastung.

Obwohl die Verlage mit großen Werbeaufwendungen - Anzeigen, Prospekte, Handzettel - versuchten, neue Zusteller zu finden, sei kaum jemand bereit, unter den Bedingungen des neuen Gesetzes Zeitungen auszutragen, erklärte der BDZV am 15. Juli 1999 in Bonn. Etliche Verlage böten sogar an, einen Teil der neuen Steuerlast der geringfügig Beschäftigten zu übernehmen. Dennoch sei die Resonanz gleich null.

Mittlerweile haben mehr als 20.000 Zusteller gekündigt. Große Probleme bereitet derzeit die Organisation von Urlaubsvertretungen. Die Politik rund um die 630-Mark-Jobs habe die Menschen so verunsichert, daß sie nicht einmal bereit seien, Urlaubsvertretungen zu übernehmen, aus Angst zu hohe Abgaben zahlen zu müssen. Seit mittlerweile drei Monaten müßten die Zeitungsverlage täglich ein neues Krisenmanagement betreiben und Notprogramme machen, um sicherzustellen, daß die Abonnenten frühmorgens ihre Zeitung im Briefkasten fänden. Dies dürfe nicht zum Dauerzustand werden. "Das Gesetz muß geändert werden. Je eher desto besser. Für uns zählt dabei jeder Tag", so der BDZV. Der Verlegerverband machte noch einmal deutlich, daß es in der Zeitungsbranche nie einen Mißbrauch bei den geringfügigen Beschäftigungen gegeben habe. Das Austragen von Zeitungen sei ein typischer Nebenjob, der frühmorgens in zwei Stunden erledigt sei.

Rückgang bei Teilzeitjobs

Das neue 630-Mark-Gesetz hat im Handel und Gastgewerbe zu einem drastischen Rückgang bei Teilzeit- und Minijobs geführt: Die Zahl der geringfügig Beschäftigten sank im April 1999 - dem ersten Monat seit Inkrafttreten der Regelung - gegenüber März um 106.000 auf rund 1,7 Millionen. Das sei ein Minus von 5,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am 8. Juli 1999 mitteilte. Dagegen sei die Zahl der Vollzeitstellen mit 2,5 Millionen nahezu konstant geblieben. Man müsse blind sein, wenn man den Zusammenhang des gravierenden Rückgangs mit der Neuregelung bei den 630-Mark-Jobs nicht erkenne, sagte eine Sprecherin des Bundesamtes. Für die Monate Mai und Juni sei eine weitere Verschlechterung zu befürchten. Im Jahresvergleich mit dem April 1998 betrug der Rückgang bei Teilzeitjobs 111.000 Stellen oder minus 6,1 Prozent. Im Gastgewerbe macht dies beispielsweise einen Verlust an Teilzeitarbeitsplätzen von 14,1 Prozent aus, im Großhandel von 6,5 Prozent, im Einzelhandel von 2,3 Prozent.

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