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31. Oktober 1997 | Allgemeines

Bei 610-Mark-Jobs nach Branchen differenzieren

Ministerpräsident Schröder als Dinnerspeaker in der Kaiserpfalz

In Niedersachsen gebe es mit der "Hildesheimer Allgemeinen Zeitung" nicht nur die älteste Tageszeitung Deutschlands, sondern auch eine große Pressevielfalt. Diese Vielfalt zu erhalten, "sehe ich als meine Aufgabe", erklärte der niedersächsische Ministerpräsident Gerhard Schröder unter dem Beifall der Verleger beim festlichen Abendessen in der Kaiserpfalz in Goslar.

Schröder sprach sich für eine Stärkung der Lokalzeitung - "auch bei ihrer Teilnahme am privaten Rundfunk" aus. Bund und Länder müßten dafür Rahmenbedingungen setzen, die das ermöglichen. In diesem Zusammenhang kam der Ministerpräsident auch auf die "610-Mark-Jobs" zu sprechen. Nachdrücklich erklärte er, daß der zunehmende "Mißbrauch großer Handelskonzerne" unterbunden werden müsse und empfahl, daß derartige geringfügige Beschäftigungsverhältnisse eine Quote von zehn Prozent nicht überschreiten sollten. Gleichwohl, schränkte Schröder ein, könnte es für bestimmte Berufsgruppen Ausnahmen geben, dazu zählten auch die Zeitungszusteller. Der Ministerpräsident forderte die Wirtschaft auf, das Problem nach Branchen und nach Größenordnungen zu differenzieren und zu diskutieren. Zuvor hatte der Verleger der "Goslarschen Zeitung", Dr. Klaus Krause, die Kongreßteilnehmer in der Kaiserpfalz herzlich begrüßt und im rhetorischen Geschwindschritt durch die Geschichte der wunderschönen alten Kaiserstadt im Harz geführt. Sichtlich zufrieden zeigte sich der Verleger auch darüber, daß es ihm gelungen war, den Zeitungskongreß 1997 in seine Heimatstadt zu holen. Dies komme "einer kleinen Sensation gleich". In seiner mehr als 40jährigen Geschichte sei der BDZV noch nie Gast eines mittelgroßen Verlages gewesen. Während die Kongreßteilnehmer fröhlich tafelten, erstrahlte die Kaiserpfalz dank ausgefeilter Lasertechnik von außen in leuchtenden Regenbogenfarben. Eine Premiere in der Stadt Goslar - wie auch die Erlaubnis, das mittelalterliche Gebäude für ein festliches Bankett zu nutzen, allenfalls ein- bis zweimal im Jahr erteilt wird und eine Auszeichnung für Veranstalter und Gäste darstellt.

 

Bereits am Abend zuvor hatten die Kongreßteilnehmer die Gelegenheit, ein weiteres architektonisches Schmuckstück Goslars kennenzulernen: das "Große Heilige Kreuz". Im Mittelalter wurden hier Arme, Alte und Kranke, Witwen und Waisen versorgt. Heute wird das von privaten Spendern aufwendig renovierte Gebäude zu besonderen Gelegenheiten für Publikum geöffnet. Der Mitverleger der "Goslarschen Zeitung", Gert Krause, und Goslars Oberbürgermeister Dr. Otmar Hesse begrüßten die Kongreßgäste mit einem "herzlichen 'harzlichen' Glückauf" in Erinnerung daran, daß die Stadt Goslar nicht nur Kaisersitz, sondern über Jahrhunderte hinweg auch Bergbaustadt war.

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