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10. November 1997 | Allgemeines

BDZV warnt Journalistengewerkschaft vor Streikaktionen

DJV setzt Flächentarif aufs Spiel

Der BDZV hat den Deutschen Journalisten-Verband (DJV) nachdrücklich vor einer Verschärfung der Tarifauseinandersetzungen gewarnt. Wenn das Tarifwerk für Zeitungsredakteure mit seinen hohen sozialen Standards erhalten bleiben solle, seien konstruktive Verhandlungen und nicht "Säbelgerassel" das Gebot der Stunde.

Der BDZV reagierte damit auf die Ankündigung des DJV, im Vorfeld der nächsten Tarifrunde Arbeitsniederlegungen durchzuführen. Der Verhandlungsführer des BDZV, Rüdiger Niemann, kritisierte, daß die Journalistengewerkschaft mit ihrem Streikaufruf wieder einmal den Flächentarifvertrag aufs Spiel setze. "Ein solch unreflektierter Aktionismus stärkt doch nur diejenigen, die den Flächentarifvertrag grundsätzlich abschaffen und durch Betriebsvereinbarungen ersetzen wollen." Niemann appellierte an die Verhandlungsdelegationen von DJV und IG Medien, in der nächsten Tarifrunde am 20. November in Berlin endlich die notwendige Kompromißbereitschaft zu zeigen.

 

DJV-Verbandstag

 

Die Tarifpolitik war zentrales Thema beim Verbandstag des DJV in Halle. Ferner drängte der DJV auf eine weitreichende Reform des Zeugnisverweigerungsrechtes. Das Zeugnisverweigerungsrecht diene dem Schutz der Informanten und des Redaktionsgeheimnisses. Die Journalistenorganisation forderte unter anderem ein Beschlagnahmeverbot für selbstrecherchiertes Material durch die Justiz. Diese Forderungen hatte der BDZV auch bereits am 28. Oktober 1997 gemeinsam mit dem DJV und anderen führenden Medienverbänden formuliert. (siehe Seite 2)

 

Bei dem Verbandstag wurde der Medienjournalist Dr. Hermann Meyn erneut zum Vorsitzenden gewählt. Er bleibt für weitere zwei Jahre im Amt. Meyn ist seit 1989 Vorsitzender der nach eigenen Angaben mit mehr als 30.000 Mitgliedern größten deutschen Journalistenorganisation. In seiner Rede zum Auftakt der Veranstaltung rief der wiedergewählte Vorsitzende - mit Blick auf die tragischen Umstände des Todes von Prinzessin Diana in Paris - unter anderem Sensationsreporter zur Zurückhaltung auf und appellierte an die Berufsehre der Journalisten. Deren Aufgabe sei es nicht, in der Privatsphäre von Prominenten herumzuschnüffeln. Wer es trotzdem tue, habe seinen Beruf falsch verstanden und bringe einen ganzen Berufsstand in Verruf. Ferner forderte Meyn schnellere Entscheidungen des Deutschen Presserates, um Paparazzi und deren Helfern die Grundlage zu entziehen. Das schnelle Verfallsdatum von Informationen, der Quoten- und Auflagendruck sowie der Wettbewerb der Medien kämen "der Qualität der journalistischen Arbeit nicht zugute".

 

Beschlossen wurde auch, daß der DJV seinen Sitz in Bonn behält. Der nächste DJV-Verbandstag findet im November 1998 in Nürnberg statt.

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