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07. Mai 2015 | Allgemeines

BDZV mit Appell zum Mindestlohn

Präsident Helmut Heinen fordert Entlastung beim Pressevertrieb

Themen: Mindestlohn

Die Einführung des Mindestlohns hat für die Zeitungsbranche immens schädliche Auswirkungen. Das erklärte BDZV-Präsident Helmut Heinen am 23. April anlässlich der Frühjahrstagung des Bundesverbands Deutscher Anzeigenblätter (BVDA) in Berlin. Er verwies dabei auf alarmierende Ergebnisse einer aktuellen Umfrage bei den Verlagen: „Fast eine halbe Million Haushalte in Deutschland können nicht mehr betriebswirtschaftlich sinnvoll beliefert werden“, erläuterte Heinen.

Betroffen seien vor allem ländliche Gebiete. Die Mehrkosten für die Zustellung im Vergleich der Jahre 2015 zu 2014 lägen schon jetzt bei mehr als 200 Millionen Euro. Hinzu kämen die Bürokratiekosten für die aufwendige Dokumentation mit mehr als zwölf Millionen Euro pro Jahr. Laut der Umfrage hätten die Mehrbelastungen durch den Mindestlohn im Zustellbereich bisher schon zu 2.000 Entlassungen beim Zustellpersonal geführt, führte Heinen weiter aus. Für das laufende Jahr seien noch einmal rund 1.300 Entlassungen geplant.
Der BDZV-Präsident wies darauf hin, dass die Verfassungsrechtler Udo Di Fabio und Christoph  Degenhart aufgrund der zu erwartenden gravierenden Auswirkungen des Mindestlohnes auf die flächendeckende Versorgung mit Presseprodukten bereits vor unangemessenen Belastungen für die Verlage gewarnt hatten.
Vor diesem Hintergrund zeigte Heinen sich zuversichtlich, dass eine ursprünglich geplante Entlastung der Zeitungen nun doch noch umgesetzt werde. Der aus der Bundesregierung stammende Vorschlag, die Sozialabgaben für geringfügig beschäftigte Zusteller zu senken, sei geeignet, einen Teil der Mehrkosten aufzufangen. „Es kann nicht im Interesse der Politik sein, die flächendeckende Zustellung und in der Folge ganze Lokalausgaben von Tageszeitungen in Frage zu stellen. Wir sind sicher, dass die Regierungskoalition nun rasch handeln wird“, so Heinen am Rande der Tagung.

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