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05. Juli 2006 | Allgemeines

BDZV kündigt Manteltarifvertrag

Tarifverhandlungen werden am 11. Juli fortgesetzt

Der BDZV hat am 30. Juni 2006 vorsorglich fristgemäß den Manteltarifvertrag für Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen zum 31. Dezember 2006 gekündigt.

Zum Hintergrund: seit Herbst 2005 verhandelt der BDZV mit den Journalistengewerkschaften Deutscher Journalisten-Verband (DJV) und ver.di über einen neuen Gehaltstarifvertrag für Redak­teurinnen und Redakteure an Tageszeitungen (GTV). Dass die bisher vier Verhandlungs- und drei Sondierungsrunden noch zu keinem Ergeb­nis führten, liegt an der starren Haltung der Ge­werkschaften. Diese fordern nach wie vor Ge­haltsverbesserungen um 3,5 Prozent (DJV) be­ziehungsweise vier Prozent (ver.di). Die Vorstel­lungen der Verleger für eine Reform des Ge­haltstarifvertrags lehnen sie ab.

In den Verhandlungen haben die Verlegerver­treter deutlich gemacht, dass auch die Tarifpolitik den veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedin­gungen Rechnung tragen müsse („BDZV Intern“ berichtete). Eine Reform der Struktur des derzeit geltenden GTV mit seinen sechs Berufsjahre­staffeln, die bis zu „mehr als 15 Berufsjahre“ rei­chen, sei deshalb unumgänglich. Dazu legten die Verleger in den Verhandlungen ein Modell vor, das weniger Stufen, eine Streckung der Stufen im Übrigen und Gehaltssätze aufweist, die im der­zeitigen GTV anderen Berufsjahrestufen zuge­ordnet sind.

Ferner wurde von der Verhandlungskommis­sion des BDZV ein neuer GTV für künftig einge­stellte Redakteure mit niedrigeren Einstiegsge­hältern als heute ins Spiel gebracht, über den nach Abschluss der Verhandlungen gesprochen werden soll. Einbezogen werden sollte dabei eine Diskussion über das Berufsbild des Redakteurs inklusive der Redakteure, die an in den Verlag integrierten Online-Diensten arbeiten.

Diese Vorstellungen wurden von den Gewerk­schaften bisher nicht einmal im Ansatz akzeptiert. Weiter brachten DJV und ver.di in der letzten Sondierungsrunde die Materie „Manteltarifvertrag für Redakteure“ in die Verhandlungen ein und forderten, ihn für vier Jahre bis zum 31. Dezem­ber 2010 zu verlängern. Der Manteltarifvertrag wurde damit zum Gegenstand der Verhandlungen gemacht. Dies ist auch einer der Gründe warum der BDZV den Manteltarifvertrag fristgemäß kün­digte. Hauptargument ist jedoch, dass der DJV in der letzten Verhandlungsrunde offiziell ankün­digte, zumindest einige seiner Landesverbände würden das Verhandlungsmandat zurückfordern, wenn sich nicht kurzfristig eine Lösung für den GTV abzeichne. Die Landesverbände würden dann versuchen, auf regionaler oder auf Haus­ebene ihre Vorstellungen durchzusetzen.

Der BDZV hat in diesem Zusammenhang dar­auf hingewiesen, dass es bei Haustarifverhand­lungen keinen Flächentarifvertrag mehr für Re­dakteure gäbe. Der BDZV könne in einem derar­tigen Fall nicht mehr als Verhandlungspartner zur Verfügung stehen. Parallelverhandlungen auf Bundes- und anderer Ebene ergäben keinen Sinn. Dies gelte dann auch nicht nur für den Ge­haltstarifvertrag, sondern ebenso für den Mantel­tarifvertrag.

Die Tarifverhandlungen werden am 11. Juli 2006 in Frankfurt am Main fortgesetzt.

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