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16. November 2006 | Allgemeines

BDZV: Kompromiss ist Mogelpackung

EU will Product-Placement verbieten, aber viele Ausnahmen zulassen

Als „Mogelpackung“ hat der BDZV den Kompromissvorschlag der finnischen EU-Ratspräsidentschaft für eine neue europäische Fernsehrichtlinie bezeichnet. Danach wollen die EU-Staaten Schleichwerbung im Fernsehen grundsätzlich verbieten. Ausnahmen für die Platzierung von Produkten in Filmen, TV-Serien, Sportsendungen und leichter Unterhaltung sollen aber erlaubt bleiben.

„Mit diesem Kompromiss wird die Öffentlichkeit in die Irre geführt“, kritisierte BDZV-Hauptge­schäftsführer Dietmar Wolff. Werbliche Bot­schaften wie beispielsweise in der TV-Serie „Ma­rienhof“, die in Deutschland zu einer kontrovers geführten Diskussion über die Grenzen der Wer­bung und die Einhaltung des Trennungsgebots geführt hatte, wären damit in Zukunft legal.

Die EU-Kommission hatte ursprünglich vorge­schlagen, das so genannte Product-Place­ment prinzipiell zuzulassen. Der Rat entschied sich am 13. November 2006 hingegen für ein Verbot und will statt dessen Ausnahmen zulassen. Beschlos­sen ist die Neufassung der EU-Fernsehrichtlinie damit allerdings noch nicht. Als nächstes muss das Europa-Parlament seine Haltung festlegen. Der deutsche Kulturstaatsminister Bernd Neu­mann hat am 13. November in Brüssel angekün­digt, möglichst unter deutschem EU-Vor­sitz im ersten Halbjahr 2007 noch eine abschließende Fas­sung zu erarbeiten.

Der BDZV wie auch der Europäische Zeitungs­verlegerverband ENPA befürchten, dass die von Brüssel ge­plante Aufhebung der sauberen Tren­nung von Werbung und Programminhalten im Fernsehen die werbungtreibende Wirtschaft und Agenturen dazu verleiten wird, ähnliche Locke­rungen auch von den Tageszeitungen zu verlan­gen. Die hohe Glaubwürdigkeit der Tageszeitun­gen sei jedoch eine der wichtigsten Qualitäten des Mediums, machten die Zeitungsverleger in ihrer Reaktion auf den Brüsseler Kompromiss deutlich. Nicht nur das Fernsehen, sondern alle Medien würden durch Product-Placement verlie­ren, weil ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel gesetzt werde, erklärte kürzlich der neugewählte Präsi­dent der ENPA, Valdo Lehari jr.

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