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24. April 1997 | Allgemeines

BDZV: Forderungen der IG Medien sind völlig überzogen

Keine Annäherung bei Gehaltsstruktur/Tarifvertrag muß überarbeitet werden

Der BDZV hat am 17. April 1997 in Bonn die Tarifforderungen der IG Medien als "völlig überzogen" zurückgewiesen. Die Gewerkschaft verlangt für die Redakteure an Tageszeitungen monatlich 199 Mark mehr Gehalt, ferner sollen die Honorare für freie Journalisten um fünf Prozent angehoben werden. Die derzeit geltenden Tarifverträge laufen zum 31. Juli 1997 aus.

Angesichts der allgemeinen wirtschaftlichen Lage und der Entwicklung der Branche sei die Forderung der Journalistengewerkschaft nicht zu verantworten, sagte der Vorsitzende des Sozialpolitischen Ausschusses des BDZV und Verhandlungsführer der Zeitungsverleger, Rüdiger Niemann. Obendrein verberge sich hinter der Forderung nach einheitlich 199 Mark mehr Gehalt der Versuch der Gleichmacherei; dies werde von den Zeitungsverlegern grundsätzlich abgelehnt. Warum im übrigen die IG Medien die "Discount-Version" von 199 Mark statt voller 200 Mark gewählt habe, könne er, Niemann, nicht ergründen.

Als nicht akzeptabel bezeichneten die Zeitungsverleger auch die Auffassung der IG Medien zur Arbeitszeit. Mit der Empfehlung der Tarifkommission, zur Schaffung von neuen Arbeitsplätzen den Weg der Verkürzung der Arbeitszeit konsequent fortzusetzen, würden "gescheiterte Rezepte der Vergangenheit wieder aufgewärmt". Anders als viele andere Branchen müßten Zeitungsverlage ihre Produkte täglich neu auf den Markt bringen, auch samstags und in vielen Fällen sogar sonntags. Noch stärker verkürzte Arbeitszeiten würden es - insbesondere für kleinere Zeitungen mit einer entsprechend schmaleren Personaldecke - immer schwieriger machen, die notwendigen Arbeitsabläufe in den Redaktionen aufrechtzuerhalten.

Die Gespräche über eine neue Struktur des Gehaltstarifvertrages für Zeitungsredakteure endeten am 17. April in Frankfurt am Main erneut ohne konkretes Ergebnis. Ein weiterer Termin wurde nicht vereinbart. Wie BDZV-Verhandlungsführer Niemann dazu ausführte, seien die Journalistengewerkschaften nicht bereit gewesen auf der Basis eines "gemeinsam erarbeiteten Papiers weiter zu verhandeln". Der Verlegerverband halte, wie Niemann betonte, eine "Überarbeitung des seit Jahrzehnten in seinen Grundlagen unveränderten Tarifvertrages für dringend geboten".

Dabei sollten die Besitzstände der heute tätigen Redakteure gewahrt bleiben. Es werde angestrebt, automatische Höherstufungen nach Dienstjahren künftig "durch eine stärkere Berücksichtigung von Leistungsgesichtspunkten zu ersetzen". Die entsprechenden Tarifsätze sollten gemeinsam mit den Gewerkschaften entwickelt werden. Dies lehnten Deutscher Journalisten-Verband und IG Medien ab. Der BDZV will nun intern beraten, ob und gegebenenfalls wie die Verhandlungen fortgesetzt werden.

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