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18. Oktober 2004 | Digitales

Auktionswoche bei „Aargauer Zeitung“

„Bieler Tagblatt“ plant Beilagen-Versteigerung für Dezember / Post kooperiert mit eBay

Vom 20. bis zum 29. September 2004 hat die „Aargauer Zeitung“ als zweite Schweizer Zeitung nach der „Berner Zeitung“ (siehe Informationen Multimedia Nr. 3/2004) eine regionale Auktion über Printbeilagen durchgeführt. Über 400 Produkte von rund 130 Anzeigenkunden kamen unter den Hammer. Dreiviertel der Angebote konnten unter www.auktionshammer.ch erfolgreich an einen der über 1.300 registrierten Bieter versteigert werden.

Das Konzept der regionalen Auktionen sieht vor, dass ein Zeitungsverlag bei seinen Werbungtreibenden Waren oder Dienstleistungen akquiriert, die dann in einer umfangreichen Printbeilage sowie auf der Website der Zeitung zur Versteigerung angeboten werden. Die Auktion selber findet online statt. Wird ein Artikel versteigert, so erhält der Werbungtreibende Werbevolumen in Höhe des Listenpreises des Produkts in der Zeitung, der Verlag erhält den Auktionserlös.

 

Verlagsleiter Christoph Marty von der „Aargauer Zeitung“ zeigte sich sehr zufrieden mit dem Verlauf der Auktion. Das neue, innovative Konzept hätte sehr motivierend auf alle Verlagsmitarbeiter, aber auch auf die Anzeigenkunden gewirkt. Es sei gelungen, mehrere für die Zeitung verloren geglaubte Werbungtreibende wiederzugewinnen. So zum Beispiel aus dem Bereich Motorräder, Handtaschen sowie dem regionalen Hotel- und Gastronomiegewerbe. Als einen kritischen Erfolgsfaktor betrachtet Marty die Zusammenarbeit zwischen Anzeigenverkauf, Anzeigendisposition und Technik. „Wenn hier 48 Stunden vor Druckbeginn der Beilage nicht alles optimal zusammenläuft, hat man ein Problem“, so Marty. Ein weiterer kritischer Punkt sei die Gefahr der Substitution der Werbe-Budgets durch die Auktionen. „Ausschließen kann man das nicht“, räumt Marty ein. Gleichwohl ließen sich solche Effekte in den Verhandlungen mit den Kunden in den Griff kriegen. Als Beispiel nennt Marty einen großen regionalen Möbelhändler. Zwar wird dessen Werbebudget im kommenden Jahr aufgrund der Auktion leicht sinken, dafür konnte er aber als neuer Beilagenkunde gewonnen werden. Statt wie bisher dreimal im Jahr seine Prospekte per Postwurfsendung zu verteilen, wird dieser im kommenden Jahr Beilagen auch über die Zeitung verbreiten. Die „Aargauer Zeitung“ wird die Auktionswoche im nächsten Jahr wiederholen.

 

Als dritte Schweizer Zeitung wird das „Bieler Tagblatt“ (Auflage: ca. 36.000 Exemplare) vom 4. bis 14. Dezember eine Auktionswoche durchführen, so Norbert Specker von catchup! Communications. Mit mehreren deutschen Verlagen werden laut Specker intensive Gespräche geführt. Catchup! Communications besitzt die Vertriebsrechte für den deutschsprachigen Raum von dem US-Unternehmen CityXpress, das in Nordamerika bereits rund 200 derartige Auktionen für Regionalzeitungen durchgeführt hat. Neben Event-Auktionen für Anzeigenkunden plant CityXpress für dieses Jahr, Zeitungen mit ihrer Software auch Auktionen à la eBay anbieten zu können. Ein ausführliches Fallbeispiel der Auktion bei der „Berner Zeitung“ liegt vor und kann bei Specker angefordert werden. Kontakt: Norbert Specker, Telefon 0041/1/2567087, E-Mail specker@catchup.ch.

 

DHL Verkaufsagent für eBay

 

Generell werden Auktionen im Internet bei den Verbrauchern immer beliebter. So ermittelte eine Studie des Nürnberger Marktforschungsunternehmens GfK, dass inzwischen jeder vierte im Internet ausgegebene Euro in eine Auktion fließt. Vom Erfolg der Online-Auktionshäuser – allen voran eBay – profitieren auch andere Branchen: So geht inzwischen jedes fünfte Paket in einer deutschen Filiale der Post-Logistik-Tochter DHL auf eine eBay-Auktion zurück. Neben diesen 30 Millionen Paketen werden darüber hinaus pro Jahr auch noch rund 50 Millionen Briefe mit eBay-Ware verschickt.

 

In Zukunft will die DHL an eBays Erfolg auch als so genannter Verkaufsagent partizipieren. Verkaufsagenten sind Dienstleister, die gegen eine Gebühr die komplette Abwicklung einer Online-Auktion für Privatleute übernehmen. Laut eBay gibt es bereits über 10.000 solcher Agenten, 500 damit mit eigenem Ladenlokal. Getestet wird der Service zunächst in zwölf Berliner Post-Filialen. Besonders geschulte Mitarbeiter nehmen dort die Ware unverpackt entgegen. Im Braunschweiger DHL-Logistik-Zentrum werden diese dann fotografiert, bei eBay eingestellt, verpackt, gelagert und schließlich an die Käufer versandt. DHL verlangt für den Service einen Grundpreis von 11,50 Euro sowie eine Verkaufsprovision von 20 Prozent. Inwieweit der Service ein Geschäft wird, ist noch offen. Bisher machen nicht einmal zehn der registrierten Verkaufsagenten von eBay einen Auktionsumsatz von über 10.000 Euro im Monat.

 

Quelle: Financial Times Deutschland, 5.10.2004; Handelsblatt, 7.9.2004; wired.com, 21.9.2004

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