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28. November 2005 | Ausland

Auflagenverluste bei US-Zeitungen durch Strukturwandel

Die US-amerikanischen Zeitungen erleben den größten Einbruch der Auflagen seit 14 Jahren: Nach Angaben des US-Zeitungsverlegerverbands NAA sank die Zahl der verkauften Zeitungen bin­nen eines Jahres werktäglich um 2,6 Prozent, sonntags sogar um 3,1 Prozent. Bei dem „scheinbar dramatischen Einbruch“ handele es sich im Grunde nur um den „Ausdruck eines Strukturwandels“, sagte dazu NAA-Geschäftsfüh­rer Brian Steffens. Denn die meisten amerikani­schen Zeitungsverlage verdienten zunehmend auch Geld mit ihren Webseiten, mit Gratiszeitun­gen oder anderen Aktivitäten. Die Deutsche Presse-Agentur zitiert in diesem Zusammenhang den britischen Medienmogul Rupert Murdoch, der den US-Verlegern im April 2005 vorwarf, sie hät­ten „die Internet-Revolution verschlafen“; viele hätten eine „unerklärliche Selbstgefälligkeit“. Wenn die Verlage sich nicht bald was einfallen ließen, würden Zeitungen zu „Nischenblättern für Senioren“ unkte Murdoch in San Francisco. Das Internet und neue Konsumgewohnheiten vor al­lem der jungen Generation bedrohten die Zeitun­gen weltweit. Die jüngsten Daten aus den USA scheinen den negativen Trend zu belegen: Mitt­lere Tageszeitungen verloren zwischen sechs und acht Prozent Auflage binnen eines Jahres. Der „San Francisco Chronicle“ büßte sogar 16,4 Pro­zent ein. Während der Marktführer, „USA Today“, mit 2,3 Millionen ein Minus von 0,5 Prozent mel­dete, und das zweitgrößte Blatt, „Wall Street Journal“ (2,1 Millionen), gut ein Prozent verlor, konnte von den großen Zeitungen einzig die „New York Times“ bei einer Auflage von 1,1 Millionen Exemplaren 0,5 Prozent hinzu gewinnen. In die­sen Zusammenhang gehört auch die Ankündi­gung der Knight Ridder-Gruppe, sich möglicher­weise selbst zum Verkauf zu stellen. Das Unter­nehmen mit Sitz im kalifornischen San Jose ist die zweitgrößte Zeitungskette der USA. Zu ihr gehören 32 Tagezeitungen, darunter Titel wie der „Philadelphia Inquirer“, der „Miami Herald“ oder der „Kansas City Star“. Wie „Die Welt“ vom 21. November 2005 berichtet, sei die Verkaufsan­kündigung im Wesentlichen das Ergebnis eines gelungenen Coups von Großaktionären. Nach­dem der Verlag in den letzten beiden Jahren mehr als ein Drittel seines Aktienwerts verloren hatte, habe sich in den vergangenen Wochen Unmut unter mehreren Investoren geregt. Bruce Sherman, Chef des mit 19 Prozent Anteilsbesitz größten Aktionärs Private Capital Management habe von der Verlagsleitung die Zerschlagung des Konzerns gefordert. Die einzelnen Teile seien mehr wert als der gesamte Verlag. Auch konkrete Vorschläge für Käufer habe Sherman mitgeliefert: kleinere Verlage mit Unterstützung von Finanzin­vestoren.

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