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04. Oktober 1999 | Allgemeines

Aufforderung zur Prostitution und Diskriminierung von Frauen in der Werbung?

Werberat muss sich mit 102 Beschwerden auseinandersetzen

Der Deutsche Werberat hat die deutsche Tochtergesellschaft des italienischen Textilproduzenten Replay öffentlich wegen eines Werbeplakats gerügt.

Wie die Selbstkontrollorganisation der deutschen Werbewirtschaft anlässlich der Veröffentlichung ihrer Arbeitsbilanz für das erste Halbjahr 1999 mitteilte, zeigte die beanstandete Werbung ein asiatisches Mädchen in lasziver Körperhaltung. Der Eindruck von Kinderprostitution in Asien dränge sich auf, kritisierte der Werberat. Es bestehe die Gefahr, dass mit solcher Art Werbemotive Kinderprostitution verharmlost werde. Da die italienische Muttergesellschaft Fashion Box SpA. die Vorwürfe als "ungerechtfertigt" bezeichnete, sprach der Deutsche Werberat eine Rüge aus, um durch die öffentliche Debatte den Textilhersteller zum Einlenken zu bringen.

Gerügt wurden ferner die Werbemaßnahmen der Bierbar Golden City in Heilbronn für ihren Slogan "15 Gründe, warum Bier besser als eine Frau ist" und die Augsburger Brauerei Riegele, die den Eishockey-Nationaltorhüter Klaus Merk beim Zuprosten mit einem Bierglas abbilden ließ. Diese Anzeige verstößt gegen die gemeinsamen Verhaltensregeln der Alkoholindustrie und der Werbewirtschaft, wonach keine trinkenden oder zum Trinken auffordernden Leistungssportler dargestellt werden sollen.

Im ersten Halbjahr 1999 musste der Deutsche Werberat über 102 Beschwerden entscheiden; in 44 Fällen stellten die Firmen ihre kritisierte Werbung freiwillig ohne öffentlichen Druck ein. Inhaltlicher Schwerpunkt der Kritik sei, wie das Gremium mitteilte, die unterstellte Behauptung der Diskriminierung von Frauen gewesen. Bei elf Werbesujets habe sich der Vorwurf auf die Verletzung religiöser Gefühle und bei weiteren neun auf Gewaltdarstellung bezogen. Zu einer ungewöhnlich hohen Anzahl von Beschwerden habe eine Plakatkampagne geführt, auf der ein junger Mann bei einer Zigarette mit einer barbusigen Revuetänzerin spricht: Die rund 150 Beschwerden dazu interpretierten dies in Verbindung mit dem Slogan "Test it" als Aufforderung zur Prostitution. Ab sofort ist der Werberat im Internet präsent (www.werberat.de); Beschwerden können auch per E-Mail eingereicht werden (werberat@werberat.de).

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