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01. November 2012 | Allgemeines

Auf allen Kanälen – Zeitungen machen mobil

Web-Technologie Responsive Design verspricht reduzierte Kosten

Bei immer mehr Nutzern gehören Smartphones und Tablets zum festen Bestandteil ihres Medienalltags. Zeitungsverlage stehen vor der Aufgabe, attraktive mobile Dienste zu entwickeln, die die Eigenschaften der verschiedenen Gerätetypen berücksichtigen. Gleichzeitig geht es darum, nachhaltige Vertriebs- und Vermarktungsmodelle für die unterschiedlichen Plattformen zu etablieren. Diese Überlegungen standen im Fokus der BDZV/ZV-Konferenz „Zeitungen machen mobil“ am 2. Oktober 2012 in Köln, bei der verschiedene mobile Angebotsstrategien und deren Vermarktungspotenziale vorgestellt wurden.

Inhalte für mobile Angebote dürften nicht eins zu eins von der Website übernommen werden, zeigte sich Martin Krieg, Projektmanager Digital bei der rtv media group, anhand von aktuellen Studienergebnissen überzeugt. Sein Credo: Je­des Gerät brauche ein eigenes Storytelling. Auf mobilen Websites werde beispielsweise mehr gescrollt als gelesen. Apps seien dagegen auch geeignet, längere Texte zu präsentieren.

Wie sich mit dem Besten aus Print und Online eine vielversprechende App bauen lässt, erklärte Thomas Kloß, Chefredakteur Online der WAZ-Mediengruppe (Essen), am Beispiel der Applika­tion „WAZ Plus“. Diese habe einen Anfang und ein Ende – das vertraute Ordnungsprinzip der Zeitung – aber auch alle bekannten Online-Fea­tures wie Newsticker, Videos und Fotostrecken. Die App erscheine sechs Mal pro Woche jeweils um 20 Uhr.

Ralf Geisenhanslüke, Chefredakteur der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, berichtete über die Erfahrungen mit der iPad-App „Neue OZ di­gital“. Die App wartet sowohl mit einer multimedi­alen als auch mit einer printnahen PDF-Version auf, sodass verschiedene Interessengruppen mit ein und derselben Applikation bedient werden können. Die Anwendung werde mit einem hohen Maß an Automatisierung erstellt. Den Gesamt­aufwand bezifferte Geisenhanslüke auf drei Stunden pro Tag. Verkauft werde die App unter anderem im Bundle mit E-Paper sowie wahl­weise einem iPad, wovon bereits gut 2.600 Kun­den Gebrauch gemacht hätten. Darunter seien 600 „Wechsler“ von Print auf Digital sowie 420 Neukunden gewesen. Aufgrund des großen Er­folgs, so Geisenhanslüke weiter, gebe es bereits Pläne für eine Abend- und Wochenend-App, die mehr Multimedia-Anteile beinhalten solle.

Straußenwirtschaften sind eine gastronomische Besonderheit in Südbaden. Auf der Speisekarte finden sich ausschließlich regionale Spezialitäten, oft aus eigenem Anbau und Produktion. Für die Suche nach den besten hat die „Badische Zei­tung“ eine iPhone-App entwickelt. Manfred Neufang, Online Verlagsleiter beim Badischen Verlag, berichtete, dass seit Mai 2012 gut 2.000 Apps zu 2,99 Euro verkauft worden seien. Wei­tere thematische Ableger auf Basis der verwen­deten Technologie wie beispielsweise ein Gastronomieführer oder ein Baggerseeführer seien bereits in Planung.

„Dortmund atmet Fußball“, konstatierte Rainer Bartolain, Leiter Inhalte Online beim Medienhaus Lensing. Vor diesem Hintergrund sei die Medien­partnerschaft mit Borussia Dortmund für den Verlag strategisch auch so wichtig. Die Zusam­menarbeit erstrecke sich von ausführlichen Spielberichten im Blatt, über einen Walk of Fame und Merchandising bis hin zu digitalen Produk­ten. Zum diesjährigen Double-Gewinn von Bo­russia Dortmund gab der Verlag erstmals ein iBook heraus. Das 208-seitige „Multitouch-Buch“ enthält hunderte Fotos und Grafiken und kostet gedruckt 19,95 Euro, als iBook 14,99 Euro. „Die digitale Variante gibt es auch in englischer Spra­che, um weltweit Fans anzusprechen“, erklärte Bartolain den Marketing-Coup.

Jørgen Andresen, Editorial Manager bei „Børsen Digitale Medier“ aus Kopenhagen, sprach über die Vermarktungsstrategie der Appli­kationen der dänischen Wirtschaftszeitung. Die Vertriebseinnahmen würden wichtiger, sie seien auch konstanter als die Anzeigenerlöse. Andre­sen ist überzeugt, dass die mobile Nutzung mit­telfristig die Desktop-Nutzung überholen werde. Das habe enorme Auswirkungen auf die Strate­gie des Verlags, „weshalb wir auf unseren Platt­formen konsequent die neue Technologie Responsive Design nutzen“, so der Manager weiter. Bei dieser passt sich das Website-Layout automatisch an die jeweilige Bildschirmgröße an. Eine Lanze für die neue Web-Technik brach auch Wilfried Röper, Chief Technical Officer der Kreait GmbH: „Mit der Zunahme an neuen Aus­spielkanälen wird es für Verlage immer aufwän­diger, die Inhalte für die unterschiedlichen Gerä­teklassen und Bildschirmauflösungen aufzube­reiten.“ Mit Responsive Design müssten Weban­gebote nun aber nur noch einmal programmiert werden.

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