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26. August 1999 | Allgemeines

Auch im Internet die Nummer eins

Große Zustimmung für nationalen Online-Rubrikendienst der Zeitungsverlage

BDZV-Vizepräsident Dr. Richard Rebmann hatte hohe Erwartungen an das Verleger-Symposium zum Thema "Rubrikanzeigen online" am 18. August in Hamburg: "Ich wünsche mir, dass von dieser Veranstaltung ein Signal ausgeht und in den kommenden Wochen und Monaten Konzepte oder vielleicht sogar das Konzept für eine Kooperation der deutschen Zeitungen entwickelt werden."

Dieser Wunsch ging in Erfüllung: Die Teilnehmer der Veranstaltung - Verleger, Geschäftsführer, Anzeigenleiter und Projektleiter der Online-Dienste - waren sich einig, dass so schnell wie möglich eine Rubrikanzeigendatenbank der Zeitungen aufgebaut und offensiv zu einer nationalen Marke entwickelt werden muss. An den BDZV und die entsprechenden Fachgremien richtete sich die Bitte, der Thematik eine hohe Priorität einzuräumen. Zwischenzeitlich steht fest, dass Präsidium und erweitertes Präsidium Anfang Oktober Vorstellungen zu anvisierten Kooperationen erörtern werden.

Dr. Richard Rebmann, im BDZV-Präsidium zuständig für den Bereich Elektronisch Publizieren/ Multimedia und Vorsitzender der gleichnamigen Arbeitsgruppe, machte deutlich, um was es geht: Allein die Rubrikanzeigenbereiche Stellen-, Immobilien- und Kfz-Märkte machten im Schnitt rund 40 Prozent Anzeigenumsätze aus. Zusammen mit den Bereichen Reisen und Familienanzeigen bestehe die Gefahr, dass langfristig fast zwei Drittel der Werbeerlöse ins Internet abwandern könnten, wenn sich dieses Medium - was noch niemand vorhersagen könne - zu einem Massenmedium entwickle. Rebmann erinnerte an die Kernbotschaft des BDZV beim Medienforum Nordrhein-Westfalen 1993: "Wenn die Zeitungsverlage die Entwicklung des Internets nicht mitsteuern und -gestalten, werden dies andere tun." Schon damals sei klar gewesen, dass vor allem im Bereich der Rubrikanzeigen große Substitutionsgefahren bestünden.

Mittlerweile verfüge etwa jeder zweite Zeitungsverlag in Deutschland über ein eigenes Online-Angebot. Die meisten seien mittlerweile dabei, erste Geschäftsmodelle und Refinanzierungsmöglichkeiten zu erproben. Recht schnell hätten etliche Verlage damit begonnen, Rubrikanzeigen aus der gedruckten Zeitung kostenfrei im Netz anzubieten, um den schnell auftauchenden branchenfremden lokalen und regionalen Konkurrenten "den Wind aus den Segeln zu nehmen". Dabei sei die Frage nach der Kannibalisierung des Printprodukts gestellt worden. Dazu Rebmann: "Doch was war und ist die Alternative? Entweder wir gehen in dieses Geschäftsfeld oder wir überlassen es den anderen." Der BDZV-Vizepräsident machte deutlich, mit wieviel Marketing und Werbung die Branchenfremden versuchten, ihre Angebote zu bekannten Marken zu entwickeln. Anders als die meisten Online-Angebote der Zeitungen, die sich auf einen lokalen oder regionalen Raum konzentrierten, seien die Rubrikenmärkte der anderen national oder sogar international ausgerichtet. Die Zeitungsverlage könnten gegen diese "Mega-Datenbanken" nur dann konkurrieren, wenn sie ihre Kräfte bündelten und Kooperationsmodelle entwickelten.

Wie eine solche Kooperation aussehen kann, schilderte Jürg Grau, Geschäftsführer der PressWeb AG in Zürich. Hinter dem Unternehmen stehen vier Zeitungsverlage und die Publicitas, die gemeinsam eine große Rubrikanzeigendatenbank unter dem Markennamen "SwissClick" gegründet haben. SwissClick gliedert sich in die drei Unternehmen ImmoClick AG, JobClick AG und AutoClick AG und mehr als 60 schweizerische Zeitungen liefern ihre Kleinanzeigen in die nationale Datenbank. Grau machte deutlich, dass "SwissClick" schon heute ein Erfolg sei. In den Bereichen Stellen, Auto und Immobilien sei SwissClick in der Schweiz die Nummer eins, während beispielsweise in Deutschland - gemessen an den Abrufen - die branchenfremden Rubrikenmärkte die Nase vorn haben. Das im Oktober 1998 gegründete Unternehmen verbucht mittlerweile monatlich 2,5 Millionen Seitenabrufe. Als Erlösquellen nannte Grau die Einnahmen aus dem Verkauf der Kleinanzeigen sowie Bannerwerbung und E-Commerce.

Auch die Geschäftsführer der bereits bestehenden Kooperationen im Bereich online der deutschen Zeitungsverlage - Pipeline, mbt Online und die Online Marketing Service GmbH OMS - hoben in ihrer gemeinsamen Präsentation hervor, welch große Chancen eine Zusammenarbeit der Verlage im Bereich der Rubrikanzeigen hätte. Georg Hesse (OMS), Marc Ravenstein (Pipeline) und Mathias Hubrich (mbt Online) bekräftigten, dass ein nationaler Rubrikenmarkt die Zeitungen auch überregional wettbewerbsfähig mache und dem Kunden ein weit größerer Datenpool zur Verfügung gestellt würde.

Die Mitgliedsverlage der angeschlossenen Landesverbände erhalten in den nächsten Tagen eine Dokumentation des Hamburger Verleger-Symposiums.

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