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16. Dezember 1999 | Allgemeines

Attacke gegen funktionierenden Zeitungsmarkt

Norwegischer Konzern mit kostenloser Zeitung/DuMont Schauberg und Axel Springer Verlag halten dagegen

Der BDZV hat die Verbreitung der kostenlosen Tageszeitung "20 Minuten Köln" durch den norwegischen Konzern Schibsted scharf kritisiert. Es widerspreche grundsätzlich den Gesetzen des Pressemarktes, redaktionelle Qualität zu verschenken. Zeitungen finanzierten sich über den Verkaufspreis und Anzeigenerlöse. Wer redaktionelle Qualität und professionellen Journalismus wolle, werde auch in Zukunft bereit sein, dafür zu zahlen, erklärte der Verband am 13. Dezember 1999.

Gleichzeitig zeigte sich der BDZV überzeugt, dass "wie andere schon zuvor" auch Schibsted feststellen werde, "dass es alles andere als einfach ist, gegen professionell gemachte Zeitungen anzutreten und einen funktionierenden Zeitungsmarkt mit zufriedenen Lesern und Anzeigenkunden zu erschüttern".

Seit dem 13. Dezember erscheint in Köln die kostenlose Tageszeitung "20 Minuten Köln". Das 24-Seiten-Blatt wird montags bis freitags in einer Startauflage von 150.000 Exemplaren verteilt. Im Gegenzug brachte der vor Ort mit einer lokalen "Bild"-Ausgabe vertretene Axel Springer Verlag am gleichen Tag die ebenfalls unentgeltliche Zeitung "Köln extra" heraus. Einen Tag später folgte der Kölner Verlag M. DuMont Schauberg, in dem "Kölner Stadt-Anzeiger" und "Express" erscheinen, mit einer kostenlose Leseprobe des "Express".

Die Leseprobe bildet den Platzhalter für den "Kölner Morgen", der ab Anfang Januar erscheinen soll. Der Konzern Schibsted hat sein Produkt zwar in Köln gestartet, will aber dem Vernehmen nach auch in Zürich und später in anderen europäischen Städten die Märkte besetzen. Der Axel Springer Verlag versucht, das Erscheinen der norwegischen Publikation durch eine Einstweilige Verfügung beim Kölner Landgericht zu verhindern. Gratis-Zeitungen seien wettbewerbswidrig. Die gewachsene Kultur der Regionalzeitungen werde gefährdet, kritisierte der Vorstand Zeitungen im Axel Springer Verlag, Claus Larass,, das Engagement von Schibsted.

Der Sprecher der Geschäftsführung von M. DuMont Schauberg, Günter Kamissek, führte aus: "Wir müssen unsere Qualitätszeitungen schützen und dürfen den Norwegern den Markt der kostenlosen Zeitungen nicht überlassen. Unabhängig davon glauben wir auch weiterhin an professionell gemachte Zeitungen mit ihrer unabhängigen Meinung."

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