Empfehlen Sie uns weiter
  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Facebook übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Twitter übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Hier können Sie mittels unseres Service-Formular eine Seite empfehlen. Es werden keine persönlichen Daten gespeichert.

30. November 2000 | Namen und Nachrichten

Appell: Selbstmorde im Schienenverkehr verschweigen

Die Deutsche Bahn AG hat sich an die Trägerorganisationen des Deutschen Presserats wie auch an das Selbstkontrollorgan selbst mit der Bitte gewendet, über Suizide im Schienenverkehr gar nicht oder doch nur in sehr allgemeiner Form zu berichten, um Nachahmungstaten zu verhindern. Die DB AG wies in diesem Zusammenhang auf Pilotprojekte in Österreich und in München hin. Die Verkehrsbetriebe in der bayerischen Landeshauptstadt sehen einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Schlagzeilen und neuen Freitod-Versuchen und hatten deshalb im Juli 2000 an alle Medienvertreter appelliert, Schlagzeilen und Sätze wie etwa "Todessturz in der U-Bahn" oder "Jung und lebensmüde: Sprung vor U-Bahn" mit dem Begriff "Notarzteinsatz" zu tarnen oder ganz darauf zu verzichten. Die Münchner Verkehrsbetriebe hatten wiederum auf eine Wiener Studie verwiesen, wonach die Zahl der U- und S-Bahn-Selbstmorde in Wien vom ersten auf das zweite Halbjahr 1987 durch solche Medienreaktionen schlagartig von 19 auf drei sank und sich seither auf niedrigem Niveau stabilisierte. Der Deutsche Presserat hat in seinem Pressekodex ohnehin bereits Hinweise zur Berichterstattung bei Selbsttötungen niedergelegt. Die Deutsche Bahn AG will jedoch im Zug des Münchner Projekts sehr viel weitergehende Empfehlungen erzielen, zumindest was Suizide im Schienenverkehr betrifft.

zurück