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01. November 2001 | Allgemeines

Anzeigenblätter erwarten Verluste

Kritik an 630-Mark-Gesetz und Preispolitik der Post

Die deutschen Anzeigenblätter erwarten zum ersten Mal seit mehr als zehn Jahren deutliche Verluste. „Wir gehen davon aus, dass zum Jahresende ein Minus von voraussichtlich fünf Prozent in den Büchern bleiben wird“, sagte der Präsident des Bundesverbands Deutscher Anzeigerblätter (BVDA), Dieter Schneider, anlässlich der Jahrestagung des Verbands am 25. Oktober 2001 in Frankfurt am Main. Vor allem in Ostdeutschland seien Umsatzrückgänge von bis zu 20 Prozent zu verzeichnen.

Ursachen für den Umsatzrückgang sind nach Schneiders Worten unter anderem die schlechte Situation im Handel, aber auch die um 20 Prozent gestiegenen Papierpreise. Zudem dränge beispielsweise die Post mit „unlauteren Methoden“ in die Verteilung von Beilagen, die inzwischen 30 Prozent des Umsatzes ausmachen. „Die Post betreibt da unserer Meinung nach in vielen Bereichen ein Preisdumping“, sagte Schneider.

 

Der Gesamtumsatz der Anzeigenblatt-Verlage betrug im Jahr 2000 rund 3,5 Milliarden Mark (1,79 Milliarden Euro). Insgesamt erscheinen in Deutschland nach Angaben des Verbands 1.336 Anzeigenblätter mit einer Auflage von rund 90 Millionen Exemplaren pro Woche. Der Umsatzeinbruch werde in der Branche zu einer Konzentrationswelle führen, prognostizierte der Präsident.

 

Massive Kritik übte Schneider am so genannten 630-Mark-Gesetz, mit dem die Bundesregierung geringfügig Beschäftigten zu festen Arbeitsverhältnissen habe verhelfen wollen. Das sei eine „staatlich verordnete Gemeinheit“. Denn für die Verwaltung der rund 170.000 Austräger bei Anzeigenblättern habe sich der bürokratische Aufwand dramatisch erhöht, ohne dass in diesem Bereich Aussicht auf feste Stellen bestünde. „Anzeigenblätter erscheinen eben nur einmal pro Woche“, erklärte der BVDA-Präsident. Die Reaktionen in Berlin auf die Bitten der Verlage, das Gesetz anzupassen, seien bislang enttäuschend. Der BVDA vertritt 207 von insgesamt 495 Anzeigenblattverlagen (rund zwei Drittel der verteilten Auflage).

Internet: www.bvda.de

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