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03. November 2003 | Allgemeines

Anzeigen für alkoholische Getränke am stärksten kritisiert

Werberat erreicht Rückzug von 31 Kampagnen

Wegen irreführender oder beleidigender Werbung hat der Deutsche Werberat im ersten Halbjahr 2003 den Rückzug von 31 Kampagnen durchsetzen müssen. Von den bean-standeten Kampagnen hätten 27 Unter-nehmen ihre Anzeigen und Spots freiwillig vom Markt genommen, teilte das Selbst-kontrollgremium der deutschen Werbe-wirtschaft am 21. Oktober 2003 in Berlin mit. Gegen zwei Firmen seien öffentliche Rügen ausgesprochen worden, weil sie die Kritik zunächst ignoriert hätten.

Mit 17 Beanstandungen stand die Werbung für Alkoholgetränke an der Spitze. Zu den kritisierten Aktivitäten zählte die Werbung mit dem Spruch „Komm Poppen“. In dem Begriff „Poppen“ als Bezeichnung für Geschlechtsverkehr sah der Werberat eine Verletzung der Verhaltensregeln der Werbeindustrie: Werbung dürfe nicht den Eindruck erwecken, mit alkoholischen Getränken könne der sexuelle Erfolg gefördert werden. Gerügt wurde auch eine Augsburger Brauerei, die in ihren Anzeigen trinkende Leistungssportler gezeigt hatte. Ebenso gerügt wurde eine Destillerie, die für ein alkoholisches Produkt mit dem Titel „Das Vaterunser des Gräf’s Pflümli“ geworben hatte. Der Werberat sah dadurch religiöse Gefühle verletzt.

 

Freiwillig zog eine Brauerei ein Plakat zurück, auf dem sie neben einen Haufen Steine den Spruch „Auf den Heiligen Stephanus“ gesetzt hatte: Der Werberat hatte der Firma vorgeworfen, mit der Figur des gesteinigten Heiligen Stephan mit dem Foltertod zu werben. Die rote Karte zeigten die Werbewächter auch einer Hamburger Recyclingfirma, die auf großformatigen Plakaten für die Verwertung ihrer Altautos mit einer onanierenden Frau und dem Spruch „Selber machen ist geil!“ geworben hatte.

 

Allerdings erreichten den Werberat nach dessen Angaben auch immer mehr „groteske Proteste“. Kritik gegen eine Zigarettenanzeige mit einem angeblich mitrauchenden Hund wies der Werberat zurück. Auch den Vorwurf von „Babyporno“ bei der Werbung für eine Kinderhautsalbe, die einen Babypopo zeigte, ließ der Werberat nicht gelten. Ebenso verstand das Selbstkontrollorgan einen TV-Spot, in dem eine bekannte Moderatorin mit Ess-Stäbchen im Haar eine Marmelade zum „Flühstück“ lobte, nicht als Verunglimpfung von Japanerinnen. Insgesamt hatte die Organisation 140 Werbeaktivitäten für das erste Halbjahr 2003 unter die Lupe genommen (Vorjahreszeitraum: 145).

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