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10. Mai 2001 | Allgemeines

Angriffe auf das freie Wort sind unerträglich!

BDZV-Präsident Heinen zum Internationalen Tag der Pressefreiheit / RoG klagt Iran an / DJV vergibt Preis an serbischen Journalisten

Die deutschen Zeitungsverleger haben die weltweiten Angriffe auf die Freiheit der Presse verurteilt. Es sei nicht zu ertragen, wie das Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit in vielen Ländern der Welt ignoriert wird, sagte BDZV-Präsident Helmut Heinen in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur zum "Internationalen Tag der Pressefreiheit" am 3. Mai 2001.

Heinen verwies darauf, dass rund um den Globus Journalisten, Redakteure und Verleger verfolgt, verhaftet und ermordet würden, "nur, weil sie ihrer Arbeit nachgehen". Publikationen würden zensiert und verboten, Verlage geschlossen, weil sie den jeweiligen Machthabern missliebig seien. "Verstöße gegen die Pressefreiheit geschehen täglich, vor unser aller Augen und auch ganz in unserer Nähe", sagte der BDZV-Präsident und verwies in diesem Zusammenhang unter anderem auf die krassen Versuche zur Ausschaltung regierungskritischer Journalisten in Russland und der Ukraine, die weltweit auf Kritik gestoßen waren.

"Deutschland ist eines der ganz wenigen Länder dieser Erde, das die Pressefreiheit nicht nur im Grundgesetz verankert hat, sondern in dem dieses hohe Gut täglich gelebte Praxis ist", erinnerte Heinen und zitierte Angaben der Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen (RoG), wonach im vergangenen Jahr 32 Journalisten bei der Ausübung ihres Berufs oder wegen ihrer Veröffentlichungen getötet wurden. Weltweit seien darüber hinaus derzeit mindestens 74 Journalisten in Haft.

Der Sprecher von "Reporter ohne Grenzen", Michael Rediske, bezeichnete in einem Interview zum Internationen Tag der Pressefreiheit den Iran als das größte "Journalistengefängnis". Hier spiele die Presse eine große Rolle im Machtkampf zwischen den Konservativen und den Reformern. Die Konservativen hätten den Sicherheitsapparat in ihrer Hand und allein im letzten Jahr 20 Journalisten inhaftiert. Ähnlich schlimm stehe es in China mit 14 inhaftierten Journalisten sowie in Burma. Dort säßen 13 Journalisten im Gefängnis. Rediske wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass in gut der Hälfte der Länder, die den Vereinten Nationen zugehören, die Pressefreiheit ernsthaft bedroht sei. Zwar würde die Pressefreiheit von Regierungen "meist formell anerkannt", aber so stark eingeschränkt, dass "eigentlich von der Pressefreiheit nicht viel übrig bleibt".

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat anlässlich des 3. Mai den serbischen Journalisten Miroslav Filipovic mit dem erstmals vergebenen "DJV-Preis der Pressefreiheit" ausgezeichnet. Der Verband würdigt damit Filipovics "mutige Berichterstattung über die Kriegsverbrechen serbischer Einheiten im Kosovo-Krieg". Die Arbeit des Journalisten für ausländische Medien habe wesentlich dazu beigetragen, die "Risse im Regime Slobodan Milosovics zu vertiefen".

Der Internationale Tag der Pressefreiheit wurde vom Weltverband der Zeitungen (WAN) in Paris gemeinsam mit der UNESCO erstmals im Jahr 1992 ausgerufen. Der 3. Mai steht für den Jahrestag der Erklärung von Windhoek, einer 1991 von afrikanischen Journalisten erarbeiteten Grundsatzerklärung mit der Forderung nach freien, unabhängigen Medien auf dem afrikanischen Kontinent und in aller Welt. Die deutschen Tageszeitungen haben dem Thema Pressefreiheit rund um den 3. Mai eine extrem breite und vielfältige Berichterstattung gewidmet. Dies gilt ebenso für die Zeitungen in Österreich und der Schweiz.

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