Empfehlen Sie uns weiter
  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Facebook übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Twitter übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Hier können Sie mittels unseres Service-Formular eine Seite empfehlen. Es werden keine persönlichen Daten gespeichert.

12. November 2001 | Digitales

Aktivieren Sie Ihre Leser! Das Mobiltelefon als Fernbedienung

Neue Response-Möglichkeiten bei Anzeigen und im redaktionellen Teil – Junge Leute reagieren auf Mitmachaktionen per Handy

Als Mittler zwischen Zeitung und digitalen Medien waren Barcode-Scanner bislang kein großer Erfolg – die Geräte waren zu teuer, zu wenig verbreitet, die Handhabung zu umständlich. Für Didier Durand von der Schweizer PubliGroupe Consultas SA und Andreas Gerdes von „iResponse Publishing“ ist es Zeitverschwendung, weiter nach neuen Geräten zu suchen. Ihrer Ansicht nach gibt es bereits die gesuchte Brücke. Mit dem Mobiltelefon habe ein Gerät Einzug in fast jeden Haushalt gehalten, das jedermann bedienen könne und das sich hervorragend für den gewünschten Zweck eigne. Beide Firmen haben Verfahren entwickelt, die Zeitungsverlagen neue Erlösquellen versprechen. Der Schwerpunkt von iResponse Publishing liegt im Feedback und den unmittelbaren Beteiligungsmöglichkeiten für Leser. Der Dienst „Quick & More“ soll vorrangig Informationen zugänglich machen und Transaktionen ermöglichen.

Der iResponse-Ansatz geht von einer gut bekannten Killer-Applikation für künftige mobile Kommunikation aus – Sprachübertragung. Für Andreas Gerdes gibt es wenig Anzeichen für wachsenden Bedarf an digitaler Datenübertragung. Das mobile Telefonaufkommen werde jedoch weiter steigen. Bei der unabhängigen Tageszeitung „Malta Independent“ wurde in einem Feldtest festgestellt, dass Leser gerne die Gelegenheit nutzen, mit Redakteuren in einen Dialog zu treten und ihre Meinung zu äußern. Positiver Nebeneffekt: eine Ankurbelung des Anzeigenmarktes. Durch die Argumentation mit Leserprofilen, die durch die neuen Aktionen gewonnen wurden, konnten Werbetreibende als Kunden gewonnen werden, die bislang nicht in der Zeitung inseriert hatten.

 

An den angebotenen Response-Möglichkeiten im Testzeitraum beteiligten sich 30 Prozent der Leser, zumeist regelmäßig. Rund 80 Prozent registrierten sich mit demographischen Informationen. 33 Prozent der Teilnehmer gaben an, jetzt regelmäßiger Zeitung zu lesen. Die Aktion erreichte die gewünschte Zielgruppe: 60 Prozent der User waren 29 Jahre alt oder jünger.

 

Offen blieb hier das Businessmodell. Derartige Aktionen bescheren den Mobilfunkanbietern zusätzliche Einnahmen. Priorität hätte entsprechend eine Beteiligung an diesen Zusatzerlösen. Dies lehnen Telekommunikationsunternehmen bislang jedoch in weiten Teilen Europas ab.

 

In der Schweiz stellt sich die Situation etwas anders dar. Didier Durand setzt auf die enge Zusammenarbeit mit Telekommunikationsanbietern und auf digitalen Datentransfer. Sein „Quick & More“-Konzept ist ein System, das Mobiltelefon zur universalen Fernbedienung zu machen. Das Eintippen einer achtstelligen Nummer soll in der Regel genügen, um Zusatzinformationen zu einem Artikel oder einer Anzeige per SMS abzurufen oder ein entsprechendes Lesezeichen auf einer persönlichen Website zu hinterlegen. Künftig soll es auch möglich werden, Ware per Codenummer unmittelbar zu bestellen. Die Zeitung würde dadurch zu einer tatsächlichen virtuellen Verkaufsststelle für alle Arten von Waren. Die Einsatzmöglichkeiten für das System sind vielfältig. Auf das Telefon übermittelt werden können zum Beispiel elektronische Coupons per SMS.

 

Damit dieses System funktioniert, müssen Mobilfunkbetreiber, Zeitung und die Quick & More“-Plattform eng zusammenarbeiten. Der Mobilfunkbetreiber stellt sein Netz zur Verfügung, die Zeitung redaktionelle Inhalte, die dem Angebot Glaubwürdigkeit verschaffen und vermeiden helfen, dass das Angebot als reiner Vertriebskanal für Werbung erlebt wird, Quick & More“ stellt die Unified Messeging Plattform. Einkünfte erhofft sich Durand von Anzeigenkunden. Sie müssen für jeden „dialthrough“ zahlen.

zurück