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05. Mai 2008 | Digitales

ACAP regelt Verwendung von Zeitungsinhalten

Automated Content Access Protocol 1.0 ist online

Zeitungsverlage können jetzt technologisch den Zugriff von Suchmaschinen auf ihren Webseiten regeln. Mit ACAP (Automated Content Access Protocol) wurde ein offener Standard entwickelt, der Inhalte-Anbieter mehr Kontrolle darüber geben soll, was Suchmaschinen mit ihren im Web veröffentlichten Inhalten anstellen. Über ein Jahr wurde auf Initiative der "World Association of Newspapers", der "International Publishers Association" und des "European Publishers Council" am ACAP gearbeitet, und auch einige große Suchmaschinenbetreiber wie beispielsweise Exalead haben sich an der Diskussion beteiligt. Heraus kam ein Standard, der Website-Betreibern (etwa im Vergleich zur Datei Robots.txt) mehr Möglichkeiten an die Hand gibt, den individuellen Zugriff durch Suchmaschinenroboter zu definieren. So erlaubt ACAP beispielsweise, Artikel nur für begrenzte Zeit oder gegen Bezahlung zu indexieren. Es können zudem Textlängen festgelegt werden, die der Bot beim crawlen nicht überschreiten darf. Auf diese Weise können kurze Teaser indiziert werden, während der Gesamttext vom Bot unberücksichtigt bleibt.

acap maxAuslöser für die Initiative des Weltzeitungsverbandes waren die immer wieder geltend gemachten Urheberrechtsverletzungen: Nachrichtenanbieter und Medienunternehmen werfen Suchmaschinenanbietern seit geraumer Zeit vor, dass vor allem Google bei seiner Suche nach neuen Nachrichten mehr abgreift als vom Anbieter eigentlich vorgesehen. 2006 hatte ein belgisches Gericht entschieden, dass Google die Inhalte diverser französisch- und deutschsprachiger belgischer Zeitungen aus seinem Angebot entfernen muss.

ACAP steht in der Version 1.0 zur Verfügung und kann auf Zeitungswebsites implementiert werden. Die Sache hat allerdings noch einen Haken. Die Beachtung der ACAP-Befehle bleibt ebenso freiwillig wie bisher die der robots-Befehle. Google selbst hat bisher noch technische Schwierigkeiten in der Anwendung von ACAP geltend gemacht, will nach persönlichen Aussagen des CEO Eric Schmidt jedoch daran arbeiten, um das Tool ebenfalls einsetzen zu können. In der Bloggerszene wurde die Einführung von ACAP zum Teil heftig kritisiert: Zu den Vorwürfen hat der WAN Stellung genommen. Auf der Website www.wan-press.org/article16258.html sind die Antworten auf die Vorwürfe zu lesen.

Die Verlage mit ihren Online-Portalen sind nun aufgerufen, ACAP zu installieren und selber zu testen. Um ACAP nutzen zu können, müssen Verlage Mitglied der Initiative werden. Aktuell gehören dem ACAP-Projekt 42 Mitglieder an, darunter die dpa und Reuters. Eine Mitgliedschaft kostet 5.000 Euro pro Jahr. Das Projekt wird unter der Leitung der auf digitales Rechtemanagement spezialisierten Londoner Beratungsfirma „Rightscom“ durchgeführt.

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