Empfehlen Sie uns weiter
  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Facebook übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Twitter übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Hier können Sie mittels unseres Service-Formular eine Seite empfehlen. Es werden keine persönlichen Daten gespeichert.

11. November 2003 | Allgemeines

Absatz bei Publikumszeitschriften stabil

Zeitschriftenverleger: Gute Erträge trotz schlechter Bedingungen

„Die Internetwelten sind zusammengebrochen. Der Zeitschriftenmarkt ist neu erblüht“, erklärte der Präsident des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), Hubert Burda, am 5. November 2003 bei der Jahrespressekonferenz des Verbands in Berlin. Für das kommende Jahr erwarteten die deutschen Zeitschriftenverleger eine Wende auf dem Medienmarkt. Die Talsohle sei erreicht, die Werbeerlöse zögen wieder langsam an.

Der Markt für überregionale Werbung ist in den ersten neun Monaten 2003 wieder um 2,4 Prozent oder 280 Millionen Euro gewachsen. „Dieser Trend wird sich allen Prognosen nach fortsetzen“, führte Karl Dietrich Seikel, Geschäftsführer des Spiegel-Verlags in Hamburg und Vorstandsvorsitzender der Publikumszeitschriften im VDZ, weiter aus. In diesem schlechtesten Jahr seit dem Superwerbejahr 2000 erwarteten die Zeitschriften ein „gutes viertes Quartal“. Trotz rückläufiger Anzeigenerlöse und verschärften Wettbewerbs hätten die Zeitschriftenverlage gute Erträge erwirtschaftet. Der Absatz der Publikumszeitschriften blieb laut Seikel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stabil: Die IVW meldet für das dritte Quartal 2003 eine durchschnittliche Gesamtauflage von 125,95 Millionen verkauften Exemplaren. Dabei werden gut 57 Millionen Exemplare im Abonnement verkauft, 52,4 Millionen im Einzelverkauf. Die Auflagen im Lesezirkel (4,7 Millionen Exemplare), bei Bordexemplaren (2,4 Millionen Exemplare) und sonstigen Verkaufen (9,3 Millionen Exemplare) konnten das Niveau halten.

 

VDZ-Präsident Burda wies auch darauf hin, dass sich die Furcht vieler Verleger vor einer massiven Abwanderung von Inhalten in das Internet nicht bestätigt habe. „Zeitschriften sind weiterhin eine sehr begehrte Ware, Magazine sind nicht digitalisierbar“, sagte Burda. Allein von Januar bis Mai 2003 seien 198 neue Titel auf den Markt gekommen. Auch der „Traum integrierter Medienkonglomerate“ habe sich in den vergangenen zwölf Monaten als trügerisch erwiesen. Erfolge auf dem Medienmarkt ließen sich nicht nach Belieben erzeugen, betonte der Verleger. Allerdings: „Wer ein großes Brand hat, geht global.“ Anders als bei Zeitungen ließen sich erfolgreiche nationale Titel auch international am Zeitschriftenmarkt platzieren.

 

Positiv bewerteten die Zeitschriftenverleger die Entwicklung des Online-Marktes: Bereits im kommenden Jahr sollen laut einer Studie des VDZ und der Boston Consulting Group („Das Medienhaus der Zukunft – Print-Online-Effizienz, Onlineerträge und Crossmedia“) 50 Prozent aller Online-Auftritte von Zeitschriften schwarze Zahlen schreiben. Fachzeitschriften würden danach bis zum Jahr 2008 rund 45 Prozent ihrer Umsätze im Netz mit kostenpflichtigen Angeboten und Rechteverkauf erzielen.

 

Für das Jahr 2004 erwarten die Verleger von Fachzeitschriften eine Stabilisierung auf dem Niveau des laufenden Jahres oder ein leichtes Wachstum sowohl bei den Anzeigen- wie auch bei den Vertriebsumsätzen. Dies ergab eine Trendumfrage unter den Mitgliedern. Für das Jahr 2003 fällt die Beurteilung der Umsatzentwicklung im Vergleich zum Vorjahr allerdings noch deutlich negativer aus. Hier antworteten die meisten Verlage mit „etwas schlechter“, einige auch mit „deutlich schlechter“. Bei den konfessionellen Zeitschriften sind die Auflagen im vergeblich zum Vorjahr leicht rückläufig. Die Vertriebserlöse blieben stabil. Pro Erscheinungsintervall werden von den 60 IVW-geprüften Titeln, die vorwiegend im Besitz der Kirche sind, 2,8 Millionen Exemplare pro Erscheinungsintervall verkauft. Der Vorsitzende des Fachverbands Konfessionelle Presse im VDZ, Rudolf Thiemann, machte darauf aufmerksam, dass die Unsicherheit bei der Steuergesetzgebung und die Rückgänge der Kirchensteuer auch die Finanzkraft der konfessionellen Presse schwächten. Hier sei eine Konzentration am Markt zu erwarten, die jedoch keinerlei strategische, sondern rein finanzielle Gründe habe.

 

Anlässlich der Generalversammlung des VDZ wurde der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom, Kai-Uwe Ricke, mit dem neu geschaffenen VDZ-Unternehmerpreis 2003 ausgezeichnet. Die zum zweiten Mal vergebenen Medienpreise „Print gewinnt“ für erfolgreiche Werbekampagnen erhielten die Unternehmen Deutsche Post AG, Schwarzkopf & Henkel sowie DaimlerChrysler für die Marke Mercedes Benz.

 

Die Studie „Das Medienhaus der Zukunft – Print-Online-Effizienz, Onlineerträge und Crossmedia kann gegen eine Schutzgebühr von 95 Euro unter www.vdz.de bestellt oder hier für 79 Euro als PDF-Datei kostenpflichtig heruntergeladen werden. Kontakt: VDZ, Veronika Nickel, Telefon 030/726298-160, E-Mail v.nickel@vdz.de.

 

Internet: www.vdz.de

zurück