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25. Februar 2009 | Ausland

70 Journalisten 2008 weltweit ermordet

Im vergangenen Jahr wurden 70 Journalisten und andere Medienmitarbeiter weltweit umge­bracht, teilte der Weltverband der Zeitungen (WAN) im Februar 2009 in Paris mit. An der Spitze tödlicher Einsatzorte für Journalisten stehe weiterhin der Irak. 14 Journalisten seien hier 2008 ermordet worden im Vergleich zu 44 im Jahr 2007. Der Rückgang sei vermutlich auf verbes­serte Sicherheitsmaßnahmen und abnehmende sektiererische Gewalt zurückzuführen, gab der WAN weiter an. Gleichwohl sähen sich Journa­listen weiterhin unglaublicher Gefahr im Irak ge­genüber – gezielte Schüsse, Bomben am Weg­rand und die Ermordung Gekidnappter hätten zu der Todesrate im vergangenen Jahr beigetragen. Gleichzeitig ist laut WAN die Zahl ermordeter Journalisten in verschiedenen anderen Ländern steigend: Nach dem Irak gelten Indien und Pa­kistan mit jeweils sieben getöteten Journalisten und anderen Medienangehörigen als extrem ge­fährliche Arbeitsplätze für Journalisten. Auf den Philippinen wurden sechs Journalisten umge­bracht, in Mexiko fünf. Wie die übrigen Men­schen- und Presseorganisationen stellt aber auch der Weltverband der Zeitungen gegenüber dem Jahr 2007 einen Rückgang der Morde an Journa­listen fest. So berichtet das Internationale Presse-Institut (IPI) in seiner jährli­chen „World Press Freedom Review“ von 66 ge­töteten Journalisten 2008 gegenüber 93 Mord­opfern im Jahr zuvor. Auch das IPI bezeichnet Pakistan als den „zweit­tödlichsten“ Platz für Jour­nalisten weltweit. Häufig würden die Verbrechen, wenn es sich um die Ermordung von Journalisten handele, gar nicht erst zur Anklage gebracht. Das gelte für die Phi­lippinen und Sri Lanka, aber auch für eine Demo­kratie wie Indien, bedauerte IPI-Direktor David Dadge anlässlich der Veröffentli­chung der „World Press Freedom Review“. All diejenigen, die freie Meinungsäußerung unterdrü­cken und Journalis­ten in Schweigen und Selbst­zensur schrecken wollen, haben Erfolg, weil sie straflos bleiben, warnte Dadge. Laut dem Jahres­bericht des Ko­mitees zum Schutz von Journalis­ten (CPJ – Committee to Protect Journalists) kamen 2008 41 Medienvertreter bei ihrer Arbeit ums Leben – im Vergleich zu 66 im Jahr davor. Dem Bericht zu­folge hat sich der Druck auf Jour­nalisten in vielen Ländern grundlegend verändert. Statt offizieller Kontrollen werde durch systemati­sche Gewalt gegen einzelne Journalisten ein „Klima der Angst“ geschaffen, das die Presse indirekt zur Selbst­zensur zwinge. Diesem in China begonnenen Vorgehen folgten neuerdings auch Vietnam, Birma sowie Thailand. In Mexiko werde die Presse von einflussreichen Drogen­händlern terro­risiert, in Brasilien von Gangstern aus den Slums, in Kolumbien von Paramilitärs und in El Salvador und Guatemala von Straßen­banden, erläuterte das CPJ. Besonders gefähr­det, mit Gefängnis bestraft zu werden, seien On­linejournalisten und Blogger, die ihre Ansicht im Internet verbreiten. 2008 kam weltweit fast jeder zweite Journalist, der für seine Arbeit hinter Gitter musste, aus der Gruppe der Internetautoren. Von 26 im Jahr 2008 entführten Journalisten ist laut CPJ die Hälfte bis zum heutigen Tag verschwun­den. Die Zahlenan­gaben zwischen den verschie­denen Organisatio­nen differieren, da unterschied­liche Kriterien zu Grunde gelegt werden.

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