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21. März 1997 | Namen und Nachrichten

6.000 Proteste in 25 Jahren

Deutscher Werberat: effektive Arbeit seit einem Vierteljahrhundert

Der Deutsche Werberat hat im vergangenen Jahr vier öffentliche Rügen ausgesprochen, in allen Fällen handelte es sich um frauenfeindliche Werbemaßnahmen. 1995 war das Selbstkontrollorgan der Werbewirtschaft noch mit einer öffentlichen Rüge ausgekommen. Dagegen blieb die Zahl der Beschwerden mit 214 konstant, sagte der Vorsitzende des Gremiums, Jürgen Schrader, anläßlich der Jahrespressekonferenz am 19. März 1997 in Bonn.

Schrader zog zum 25. Geburtstag des Gremiums eine positive Bilanz: Berechtigte Beschwerden hätten meist Erfolg, die Anzeigen würden zurückgezogen. Bei der Kritik an Werbung richteten sich die Proteste heute häufig auf kritisierte Zustände in der Gesellschaft - wie zum Beispiel sexuelle Diskriminierung von Frauen, Herabwürdigung von Minderheiten, empfundene Verletzungen religiöser Gefühle oder die Angst vor der Förderung des Mißbrauchs von Kindern durch pädophil veranlagte Menschen. Rügen - die schärfste Sanktion des Werberates - verhängt das Gremium nur, wenn Unternehmen auf eine Beanstandung nicht reagieren. Dies sei aber die Ausnahme, sagte Schrader. 1996 habe sich der Werberat mit 324 Beschwerden gegen insgesamt 214 Werbemaßnahmen befaßt. Davon hätten 40 Fälle nicht in die Zuständigkeit des Gremiums gehört, von den übrigen 174 Beschwerden wurden 66 für begründet erklärt. In 60 Fällen hätten die Firmen ihre Anzeigen zurückgezogen, zwei hätten sie verändert und nur vier - mit der Folge einer Rüge - nicht reagiert. Der Deutsche Werberat wurde 1972 von dem im Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) zusammengeschlossenen Organisationen - werbende Wirtschaft, Werbeagenturen, Medien, Werbeberufe und Forschung - gegründet. Seither erreichten das Gremium 5.929 Protestschreiben von Bürgern sowie von staatlicher oder institutioneller Seite. Im Verhältnis zu der Anzahl vieler Millionen Werbekampagnen sei diese Beschwerdemenge, so Schrader, extrem gering. Im Schnitt bearbeitet das Gremium jährlich mittlerweile 300 bis 400 Eingaben. Beispiele für Beschwerden hat der Werberat in einer Broschüre zum Jubiläum zusammengestellt. Das "Jahrbuch Deutscher Werberat" ist zum Preis von zehn Mark (plus Versandkosten) zu beziehen über:

Verlag edition ZAW,
Postfach 20 14 14,
53144 Bonn,
Tel.: 0228/820920,
Fax: 0228/357583.

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